Kinderkrankengeld 2026: Freistellung, Höhe und Antrag

Von Michael Schöttler · 9. Juli 2019 · Aktualisiert 6. Juli 2026

Themenschwerpunkt: Kind

Vater misst einem kranken Kind auf dem Sofa die Temperatur, während die Mutter in der Küche steht.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2026 gibt es grundsätzlich 15 Kinderkrankentage pro Kind und Elternteil, Alleinerziehende erhalten 30 Tage pro Kind.
  • Kinderkrankengeld zahlt meist die gesetzliche Krankenkasse, wenn der Arbeitgeber keine bezahlte Freistellung leistet.
  • Die Höhe liegt in der Regel bei 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes, begrenzt durch gesetzliche Höchstwerte.
  • Der Antrag läuft über Kinderarzt-Bescheinigung, Arbeitgebermeldung und Krankenkasse – am besten alles sofort dokumentieren.
  • Kinderkrankengeld ist steuerfrei, kann aber über den Progressionsvorbehalt die Steuerlast beeinflussen.

Kinderkrankengeld klingt nach Bürokratie, trifft uns Väter aber mitten im echten Familienalltag: Fieberthermometer piept, Kita fällt aus, der Kalender ist voll. Auf papa.de in der Kategorie Kind schreibe ich genau über solche Situationen, weil ich sie mit meinen drei Söhnen oft genug selbst erlebt habe.

Ich zeige dir hier, was 2026 gilt, wie du Kinderkrankengeld beantragst, wie hoch es ungefähr ist und welche Fehler du dir im Stress lieber sparst.

Was ist Kinderkrankengeld und wann hilft es uns Eltern wirklich?

Kinderkrankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn ich wegen meines kranken Kindes nicht arbeiten kann und deshalb kein Gehalt bekomme. Es ist also kein „Extra-Geld“, sondern ein Ausgleich für Verdienstausfall, damit ich mein Kind betreuen, beaufsichtigen oder pflegen kann.

Aus Papa-Sicht ist das vor allem morgens um 6:40 Uhr relevant: Kind glüht, Kita fällt aus, der erste Termin im Büro steht um 9 Uhr. Genau dann muss klar sein, ob ich zuhause bleiben darf, wen ich informiere und wer am Ende zahlt.

Rechtsgrundlage ist § 45 SGB V. Entscheidend ist nicht, ob ich ein besonders netter Vater bin, sondern ob die Voraussetzungen erfüllt sind: Kind krank, Betreuung notwendig, keine andere Person im Haushalt verfügbar und gesetzliche Versicherung.

Wie viele Kinderkrankentage gibt es 2026?

Stand 2026 gilt für gesetzlich versicherte Eltern: Pro Kind und Elternteil gibt es bis zu 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld im Kalenderjahr. Alleinerziehende haben pro Kind bis zu 30 Arbeitstage. Bei mehreren Kindern sind die Ansprüche gedeckelt.

Für Familien mit mehreren Kindern liegt die Obergrenze bei 35 Arbeitstagen je Elternteil und Kalenderjahr. Alleinerziehende können bei mehreren Kindern bis zu 70 Arbeitstage erhalten. Das ist wichtig, wenn im Winter erst das Kita-Kind, dann das Schulkind und danach noch das Baby krank werden.

  • 15Tage pro Kind und Elternteil
  • 30Tage pro Kind für Alleinerziehende
  • 35/70Maximum bei mehreren Kindern

Die Tage werden nicht automatisch vom Urlaub abgezogen. Ich muss aber sauber trennen: Urlaub ist Urlaub, eigene Krankheit ist eigene Krankheit, Kinderkrank ist Kinderkrank. Wer hier trickst, riskiert Ärger mit Arbeitgeber und Krankenkasse.

Welche Voraussetzungen muss ich für Kinderkrankengeld erfüllen?

Der Anspruch besteht grundsätzlich, wenn mein Kind gesetzlich krankenversichert ist, das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Außerdem muss ein Arzt bescheinigen, dass Betreuung, Beaufsichtigung oder Pflege notwendig ist.

Zusätzlich darf keine andere im Haushalt lebende Person das Kind betreuen können. Das heißt: Wenn meine Partnerin ebenfalls arbeitet oder selbst krank ist, kann ich als Vater sehr wohl einspringen. Ist aber beispielsweise ein gesunder, verfügbarer Erwachsener im Haushalt, kann die Krankenkasse genauer nachfragen.

Auch Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflegekinder können erfasst sein, wenn die rechtlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen passen. Bei Patchwork-Familien lohnt sich ein kurzer Anruf bei der Krankenkasse, bevor man sich auf eine mündliche Annahme verlässt.

Bis zu welchem Alter gibt es Kinderkrankengeld?

Die normale Altersgrenze liegt bei unter zwölf Jahren. Bei einem behinderten Kind, das auf Hilfe angewiesen ist, kann der Anspruch auch darüber hinaus bestehen. In schweren medizinischen Situationen, etwa bei lebensbedrohlicher Erkrankung, gelten besondere Regeln, die ich immer individuell mit Krankenkasse, Arzt und Arbeitgeber klären würde.


Wer zahlt Kinderkrankengeld: Arbeitgeber oder Krankenkasse?

Vater legt einem kranken Kind auf dem Sofa ein Tuch auf die Stirn; auf dem Tisch stehen Medizin, Wasser und Taschentücher.
Wenn ein Kind krank ist, klären Eltern die Lohnfortzahlung und das Kinderkrankengeld mit Arbeitgeber und Krankenkasse.

In vielen Fällen zahlt nicht der Arbeitgeber, sondern die gesetzliche Krankenkasse Kinderkrankengeld. Der Arbeitgeber stellt mich dann unbezahlt frei, und die Kasse ersetzt einen Teil meines ausgefallenen Nettoverdienstes.

Es gibt aber eine wichtige Ausnahme: § 616 BGB kann eine bezahlte Freistellung für eine verhältnismäßig kurze Zeit ermöglichen. Viele Arbeits- oder Tarifverträge schließen diese bezahlte Freistellung aber aus oder regeln sie anders. Deshalb schaue ich zuerst in Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Wenn der Arbeitgeber mein Gehalt weiterzahlt, bekomme ich für diese Zeit normalerweise kein Kinderkrankengeld von der Krankenkasse. Beides gleichzeitig ist nicht vorgesehen. Praktisch heißt das: Erst klären, ob Lohnfortzahlung greift, dann den Antrag auf Kinderkrankengeld stellen.

Wie hoch ist Kinderkrankengeld und wie wird es berechnet?

Die Höhe des Kinderkrankengeldes richtet sich nach dem ausgefallenen Arbeitsentgelt. Üblich sind 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Wenn in den letzten zwölf Monaten beitragspflichtige Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld berücksichtigt wurden, können es bis zu 100 Prozent des Nettoausfalls sein.

Es gibt allerdings eine gesetzliche Obergrenze: Das Kinderkrankengeld darf höchstens 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung betragen. Außerdem werden in der Regel Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen.

Wenn Nutzer nach „Kinderkrankengeld 67 Prozent“ suchen, steckt oft eine Verwechslung mit anderen Lohnersatzleistungen dahinter. Beim Kinderkrankengeld ist die Berechnung anders. Deshalb verlasse ich mich nicht auf eine alte Faustformel, sondern nutze die Angaben meiner Krankenkasse.

Bringt ein Kinderkrankengeld-Rechner Klarheit?

Ein Kinderkrankengeld-Rechner kann helfen, die Größenordnung einzuschätzen. AOK-Kinderkrankengeld-Rechner, TK-Kinderkrankengeld, Barmer-Kinderkrankengeld, DAK-Kinderkrankengeld, hkk-Kinderkrankengeld, IKK-classic-Kinderkrankengeld oder BKK-firmus-Kinderkrankengeld: Je nach Kasse kann das online erklärt oder beantragt werden.

Wichtig: Ein Rechner ersetzt nicht die endgültige Berechnung der Krankenkasse. Wer noch nach „Kinderkrankengeld Rechner 2025“ sucht, sollte 2026 prüfen, ob der Rechner aktuell ist. Entscheidend sind immer dein tatsächlicher Verdienstausfall und die Daten, die dein Arbeitgeber an die Krankenkasse meldet.

Wie beantrage ich Kinderkrankengeld Schritt für Schritt?

Ich mache es in der Familie möglichst immer gleich, weil Krankheitstage sowieso chaotisch genug sind. Erst kommt das Kind, dann die Kommunikation, dann die Unterlagen. Je sauberer die Reihenfolge, desto weniger Rückfragen gibt es später.

  1. Arbeitgeber sofort informieren: Kurz melden, dass mein Kind krank ist und ich wegen Betreuung ausfalle.
  2. Zum Kinderarzt gehen: Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes ausstellen lassen.
  3. Bescheinigung weiterleiten: Je nach Praxis und Krankenkasse digital, per App, Upload oder Papier.
  4. Antrag auf Kinderkrankengeld stellen: Bei AOK, TK, Barmer, DAK, IKK, hkk, BKK firmus oder der eigenen Krankenkasse.
  5. Verdienstdaten abwarten: Der Arbeitgeber übermittelt die Entgeltdaten meist elektronisch an die Krankenkasse.

Der Antrag auf Kinderkrankengeld ist bei vielen Kassen inzwischen unkompliziert über App oder Onlineportal möglich. Trotzdem bewahre ich Fotos oder Kopien der Bescheinigung auf, bis das Geld da ist und der Fall abgeschlossen wurde.

Wenn mehrere Kinder nacheinander krank werden, notiere ich mir genau, welches Kind an welchem Tag betroffen war. Das klingt bürokratisch, rettet aber Nerven, wenn die Krankenkasse oder die Personalabteilung Wochen später nachfragt.


Wann wird Kinderkrankengeld ausgezahlt?

Vater misst bei seinem kranken Kind im Bett Fieber; daneben stehen Wasser, Taschentücher, Schale und Teddy.
Bei Krankheit des Kindes brauchen Eltern oft kurzfristig Freistellung und Kinderkrankengeld.

Die Auszahlung erfolgt nicht immer sofort. Die Krankenkasse braucht die ärztliche Bescheinigung, deinen Antrag und die Entgeltdaten des Arbeitgebers. Fehlt eines davon, hängt der Vorgang gerne fest, obwohl du gefühlt „alles abgegeben“ hast.

In der Praxis dauert es je nach Kasse und Arbeitgeber unterschiedlich lange. Ich würde nach einigen Tagen im Onlineportal oder telefonisch prüfen, ob alle Unterlagen vorliegen. Freundlich, aber konkret: „Fehlt noch etwas von mir oder vom Arbeitgeber?“

Gerade bei knappem Familienbudget ist es sinnvoll, einen kleinen Puffer für Kinderkrank-Tage einzuplanen. Kinder werden nicht nach Gehaltslauf krank, sondern meistens dann, wenn ohnehin schon Kita-Ausflug, Autoreparatur und neue Winterschuhe zusammenkommen.

Was gilt bei privat Versicherten, Selbstständigen und besonderen Fällen?

Bei privat krankenversicherten Eltern oder Kindern gelten andere Regeln. Das gesetzliche Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V greift nur im System der gesetzlichen Krankenversicherung. Privat Versicherte sollten in ihren Tarifbedingungen prüfen, ob und welche Leistungen vorgesehen sind.

Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung müssen genau hinschauen. Anspruch kann davon abhängen, ob ein Krankengeldanspruch mitversichert ist und wie der Tarif gestaltet ist. Hier hilft keine Pauschalantwort aus einem Elternforum, sondern nur die konkrete Auskunft der eigenen Kasse.

Bei schwerstkranken Kindern, stationärer Mitaufnahme oder Hospizsituationen können besondere Ansprüche bestehen. In solchen Momenten würde ich nicht allein mit Paragraphen kämpfen, sondern den Sozialdienst der Klinik, die Krankenkasse und den Arbeitgeber frühzeitig gemeinsam einbeziehen.

Welche Fehler sehe ich bei Kinderkrankengeld besonders oft?

Vater misst bei krankem Kind auf dem Sofa Fieber; daneben stehen Taschentücher, Wasser und Nasenspray.
Wer Kinderkrankengeld beantragt, sollte Arztbescheinigung, Krankmeldung und Fristen sorgfältig im Blick behalten.

Der häufigste Fehler ist zu spätes Melden. Arbeitgeber müssen planen können, und Krankenkassen brauchen Nachweise. Wenn ich morgens merke, dass nichts geht, melde ich mich sofort und reiche Unterlagen nach, sobald sie da sind.

Der zweite Fehler ist eine falsche Krankschreibung. Wenn mein Kind krank ist, bin nicht automatisch ich krank. Mich selbst krankzumelden, um Urlaub oder Diskussionen zu sparen, kann arbeitsrechtlich richtig gefährlich werden.

Der dritte Fehler: Eltern teilen die Tage nicht strategisch auf. Bei uns schauen wir, wer gerade wichtige Termine hat, wer im Homeoffice realistischer betreuen kann und wessen Anspruch noch offen ist. Kinderkrankentage dürfen nicht romantisch, sondern müssen praktisch organisiert werden.

Wie trage ich Kinderkrankengeld in der Steuererklärung ein?

Kinderkrankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es wird nicht direkt versteuert, kann aber den Steuersatz für dein übriges Einkommen beeinflussen. Deshalb gehört es in die Steuererklärung, wenn du eine abgibst.

In ELSTER beziehungsweise in der vorausgefüllten Steuererklärung werden Entgeltersatzleistungen oft bereits elektronisch von der Krankenkasse übermittelt. Ich prüfe trotzdem, ob die Angaben stimmen. Falls du selbst eintragen musst, findest du den Bereich bei den Lohnersatz- beziehungsweise Entgeltersatzleistungen, typischerweise im Umfeld der Anlage N.

Mein Rat: Den Bescheid der Krankenkasse aufbewahren. Dort steht, wie viel Kinderkrankengeld gezahlt wurde. Das hilft enorm, wenn du später mit Steuerprogramm, ELSTER oder Steuerberatung vor den Zahlen sitzt.

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Auf papa.de findest du praktische Ratgeber, die dir Familienorganisation, Gesundheit und Alltag mit Kindern leichter machen.

Zur Kategorie Kind

Welche Papa-Tipps machen Kinderkrank-Tage leichter?

Ich habe gelernt: Ein Kinderkrank-Tag ist kein Homeoffice-Tag mit etwas Kuscheln nebenbei. Kleine Kinder brauchen Nähe, Getränke, Temperaturkontrolle, Medikamente nach Plan und oft einfach einen Papa, der nicht genervt auf den Laptop starrt.

Deshalb kläre ich mit meinem Team ehrlich, was geht und was nicht. Manchmal schaffe ich abends noch E-Mails, manchmal eben nicht. Diese Klarheit ist fairer, als den ganzen Tag so zu tun, als würde ich normal arbeiten.

Zuhause hilft eine kleine Krankheitsroutine: Fieberthermometer, Krankenkassenkarte, U-Heft, Medikamente, Lieblingsbecher und eine Decke liegen schnell bereit. Und ich schreibe mir auf, wann Fieber gemessen oder Saft gegeben wurde. Nach zwei schlaflosen Nächten merkt sich das kein Mensch zuverlässig.

Was ich dir rate

Mein Papa-Fazit: Speichere dir die Online-Services deiner Krankenkasse, die Telefonnummer der Kinderarztpraxis und den Kontakt zur Personalabteilung griffbereit ab. Im Krankheitsfall zählt nicht Perfektion, sondern ein klarer Ablauf.

Häufige Fragen

Was ist Kinderkrankengeld?

Kinderkrankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, wenn du wegen der Betreuung deines kranken Kindes nicht arbeiten kannst und dadurch Verdienstausfall hast.

Wie viele Kinderkrankentage gibt es 2026?

2026 sind es grundsätzlich 15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil, für Alleinerziehende 30 Tage. Bei mehreren Kindern gelten Höchstgrenzen von 35 beziehungsweise 70 Tagen.

Wie hoch ist Kinderkrankengeld?

In der Regel beträgt es 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts, bei berücksichtigten Einmalzahlungen bis zu 100 Prozent, jeweils begrenzt durch gesetzliche Höchstwerte.

Wer zahlt Kinderkrankengeld?

Meist zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Der Arbeitgeber stellt dich unbezahlt frei, sofern keine bezahlte Freistellung nach Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder § 616 BGB greift.

Wie beantrage ich Kinderkrankengeld?

Du informierst deinen Arbeitgeber, lässt dir vom Kinderarzt die Bescheinigung ausstellen und reichst den Antrag samt Nachweis bei deiner Krankenkasse ein, oft online oder per App.

Wo trage ich Kinderkrankengeld in der Steuererklärung ein?

Es ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. In ELSTER erscheint es oft automatisch bei den Entgeltersatzleistungen; prüfe die übermittelten Daten sorgfältig.

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Michael Schöttler

Gründer von papa.de. Vater von drei Jungs, Unternehmer und dein Wegbegleiter durch alle Phasen des Vaterseins.

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