Es gibt Tage, da bin ich vom Job so gestresst und ausgelaugt, dass ich zu Hause gereizt bin, bei Kleinigkeiten schnell laut werde und die Kinder anfahre, obwohl sie nichts dafür können. Hinterher fühle ich mich mies und schäme mich. Ich will dieser Vater nicht sein. Wie schafft ihr es, den Stress vom Tag nicht an der Familie abzuladen?
Wie geht ihr mit eigenem Stress um, ohne ihn an der Familie auszulassen?
Gestartet von T-Doc · 13. Juni 2026
Sehr ehrliche Frage, Respekt dafür, dass du das so offen ansprichst. Allein dieses Bewusstsein ist schon mehr, als viele haben.
Mir hilft am meisten ein bewusster Übergang zwischen Arbeit und Zuhause, so eine Art Schleuse.
Das kann ein kurzer Spaziergang um den Block sein oder auch nur fünf Minuten im Auto sitzen bleiben und durchatmen, bevor ich reingehe. In dieser Pause lasse ich den Ärger vom Tag bewusst draußen und sage mir: Jetzt bin ich Papa. Früher bin ich direkt vom Schreibtisch ins Familienchaos gefallen und bei der ersten Kleinigkeit explodiert. Diese Schleuse hat viel verändert.
Und wenn es doch danebengeht, entschuldige ich mich beim Kind: 'Sorry, Papa war gerade genervt, das hatte nichts mit dir zu tun.' Das ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil, es zeigt ihnen, dass auch Erwachsene Fehler machen und dazu stehen.
> so eine Art Schleuse
Genau das fehlt mir, @Zylinderkopf_Tom, ich falle nämlich auch direkt vom Schreibtisch in den Trubel. Der bewusste Übergang und das ehrliche Entschuldigen nehme ich beides mit. Mir war gar nicht klar, dass eine Entschuldigung sogar etwas Gutes vorleben kann, danke, das entlastet mich richtig!