Vaterschaftsurlaub und Wochenbett - wie viel Besuch ist am Anfang okay?

Gestartet von reiner_zufall · 22. Juli 2026

reiner_zufallEröffnung
Wir erwarten im September unser erstes Kind und ich nehme direkt nach der Geburt drei Wochen frei. Jetzt kommt langsam die Besuchsplanung hoch. Meine Eltern wohnen weiter weg und würden am liebsten „gleich ein paar Tage helfen“. Meine Frau ist unsicher, will aber niemanden verletzen. Ich schwanke zwischen: Hilfe ist super und: Wochenbett ist vielleicht nicht der Moment für Gästezimmer, Frühstück und Smalltalk. Wie habt ihr das geregelt? Klare Besuchszeiten? Erstmal gar keiner? Und wie verkauft man das freundlich, ohne dass die Großeltern beleidigt sind?
C.A.M.
@reiner_zufall, ich würde das vor allem als Schutz für deine Frau und euer neues Team sehen, nicht als Anti-Großeltern-Entscheidung. Bei uns war der beste Satz: „Wir melden uns, wenn wir bereit sind, und Besuch bleibt kurz.“ Das war am Anfang ungewohnt, aber klar. Hilfe ist nur Hilfe, wenn sie nicht bewirtet werden muss. Also Essen bringen, Wäsche machen, einkaufen, danach wieder gehen. Mehrtägiger Besuch direkt im Wochenbett kann super sein, wenn die Beziehung sehr entspannt ist und die Leute wirklich anpacken. Wenn deine Frau jetzt schon zögert, würde ich eher klein starten. Du bist in den drei Wochen auch Türsteher, Koch und Puffer.
lena.87
Aus Mama-Sicht: Bitte nimm das Zögern deiner Frau ernst. Nach der Geburt ist man körperlich und emotional oft viel offener, als man vorher denkt. Ich wollte beim ersten Kind niemanden enttäuschen und saß dann wund, müde und heulnah auf dem Sofa, während Besuch Kaffee wollte. Das war nicht böse gemeint, aber zu viel. Beim zweiten Kind haben wir gesagt: die ersten Tage nur wir, dann kurze Besuche nach Absprache, maximal eine Stunde. Wer kommt, bringt Essen mit oder erledigt etwas. Kein Herumreichen des Babys, wenn ich das nicht möchte. Freundlich formuliert: „Wir freuen uns auf euch, aber wir brauchen erstmal Ruhe zum Ankommen.“ Das reicht.
rasenmähermann
@reiner_zufall, ich habe beim ersten Kind unterschätzt, wie sehr ich selbst im Wochenbett gebraucht werde. Nicht nur fürs Baby, sondern für alles drumherum: Getränke hinstellen, Essen organisieren, Hebammeninfos merken, Besuch bremsen, nachts mit wach sein. Drei Wochen frei sind Gold wert, aber sie sind nicht Urlaub mit Babyshow. Wir haben Großeltern konkret eingebunden: „Könnt ihr am Dienstag Auflauf bringen und eine Stunde bleiben?“ Das klang weniger abweisend als „kommt nicht“. Gleichzeitig gab es keine Übernachtungen in den ersten zwei Wochen. Wer beleidigt war, musste damit leben. Das Baby und die Erholung deiner Frau sind wichtiger als erwachsene Erwartungen.
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