Unsere Tochter ist zweieinhalb und mitten in der Trotzphase. Gestern gab es an der Kasse einen kompletten Zusammenbruch, weil sie partout nicht in den Einkaufswagen wollte, Schreien, auf den Boden werfen, das volle Programm. Eine ältere Dame hat kommentiert, dass 'die Kinder heute keine Grenzen mehr kennen', und ich wäre am liebsten im Boden versunken. Wie bleibt ihr in solchen Momenten ruhig, gerade wenn alle zuschauen?
Trotzphase - wie bleibt ihr im Supermarkt gelassen?
Gestartet von micha_79 · 8. Juni 2026
Erstmal, und das ist mir wichtig: Das ist völlig normal, und du machst nichts falsch. Die Trotzphase ist ein Zeichen gesunder Entwicklung, dein Kind entdeckt gerade seinen eigenen Willen.
Was mir konkret geholfen hat, war der Perspektivwechsel: Ein Wutanfall ist kein 'schlechtes Benehmen', das man wegerziehen muss, sondern ein Kind, das von seinen eigenen riesigen Gefühlen überwältigt ist. Ich bin dann in die Hocke gegangen, auf Augenhöhe, und habe die Gefühle benannt: 'Du bist gerade richtig wütend, weil du nicht in den Wagen wolltest. Das ist okay.' Oft nimmt das schon Druck raus.
Und die Blicke der anderen? Die allermeisten, die schauen, waren selbst mal genau in dieser Situation. Deine Aufgabe in dem Moment ist dein Kind, nicht das Publikum.
Was bei uns präventiv Wunder wirkt: dem Kind vorher eine kleine, echte Wahl geben. 'Willst du selbst laufen und meine Hand halten, oder willst du in den Wagen?' Beide Optionen sind für dich okay, aber das Kind hat das Gefühl von Kontrolle, und das beugt vielen Ausbrüchen vor. Wichtig ist, dass es eine ehrliche Wahl ist und keine Scheinwahl.
> Ein Wutanfall ist kein 'schlechtes Benehmen'
Der Perspektivwechsel hilft mir schon beim Lesen, @J.D.84, ich hab das echt als Benehmen-Problem gesehen, das ich abstellen muss. Und die echte Wahl vorher probiere ich beim nächsten Einkauf, danke @andreas_ohv!
Ein kleiner, aber unterschätzter Zusatz: Legt die Einkäufe möglichst nicht auf den späten Nachmittag, wenn alle müde und hungrig sind. Bei uns hat allein das Verschieben auf den Vormittag die Hälfte der Dramen verhindert. Ein müdes, unterzuckertes Kleinkind ist ein wandelndes Pulverfass, da hilft die beste Gesprächstechnik nur begrenzt ;)