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Tipp für guten Anwalt südlich von München

Gestartet von Hans · 11. Juli 2026

HansEröffnung
Hallo, ich bräuchte einen guten Anwalt für Familien- und Strafrecht südlich von München. Kann mir da jemand gar empohlen werden? DANKE für Eure Mühen. Gruß Hans
bastian.k
Hallo Hans, > Familien- und Strafrecht südlich von München konkreten Namen kann ich dir leider nicht aus eigener Erfahrung nennen, aber ich würde bei der Suche wirklich darauf achten, dass es ein **Fachanwalt für Familienrecht** ist, gerade bei Trennung, Sorgerecht und Unterhalt merkt man schnell, ob jemand darin wirklich sattelfest ist. Wenn Strafrecht auch eine Rolle spielt, würde ich im Zweifel lieber eine Kanzlei nehmen, die beides abdeckt, oder zwei spezialisierte Anwälte, statt jemanden „für alles“. Wichtig aus meiner Sicht: Erstgespräch nutzen und schauen, ob der Anwalt eher deeskalierend arbeitet oder sofort Öl ins Feuer gießt. Bei Kindern ist ein klarer Kopf Gold wert, auch wenn es emotional schwer ist. Frag auch nach Erfahrung mit Umgangsregelungen, Unterhaltsberechnung und Kommunikation mit Jugendamt/Gericht. Und Kosten gleich offen ansprechen. Alles Gute dir, klingt nach einer belastenden Situation. :)
loot_lars
@Hans, ich würde zusätzlich zu @bastian.k noch schauen, ob der Anwalt wirklich regelmäßig Umgangs-/Sorgerechtssachen macht und nicht nur „auch Familienrecht“ auf dem Schild stehen hat. Strafrecht plus Familienrecht in einer Person ist nicht unmöglich, aber wenn beides ernst ist, kann auch ein kleines Team aus zwei spezialisierten Leuten sinnvoller sein. Wichtig aus meiner Patchwork-Erfahrung: Beim Erstgespräch nicht nur fragen „Wie gewinne ich?“, sondern „Wie deeskalieren wir so, dass das Kind nicht zwischen die Fronten gerät?“. Ein guter Anwalt bremst einen da auch mal, statt nur Öl ins Feuer zu gießen. Alles Gute dir.
altbau_gerd
@Hans, ich kann dir leider auch keinen konkreten Namen südlich von München nennen, aber ich würde bei der Kombination Familienrecht und Strafrecht wirklich nicht den nächstbesten nehmen. Das sind zwei Felder, bei denen ein Anwalt ehrlich sagen sollte, was er selbst gut kann und wo er ggf. jemanden dazunimmt. > Fachanwalt für Familienrecht Den Hinweis von @bastian.k finde ich zentral. Beim Ersttelefonat würde ich konkret fragen: Erfahrung mit Umgang/Sorgerecht? Erfahrung mit einstweiligen Anordnungen? Wie schnell gibt es Termine, wenn es brennt? Und lass dir erklären, wie er oder sie die nächsten Schritte einschätzt. Wenn da nur Druck oder große Versprechen kommen, wäre ich vorsichtig. Alles Gute, klingt nach einer belastenden Lage.
maik_2000
@Hans, ich würde zusätzlich schauen, ob du eine erste Beratung wirklich zeitnah bekommst. In Familiensachen vergehen manchmal Wochen, in denen man schon viel falsch oder zumindest ungeschickt machen kann. Nimm zum Termin alles sortiert mit: Schreiben, Nachrichten, bisherige Absprachen, Daten, wer wann wo war. Nicht als Roman, sondern als Zeitleiste. Ich habe bei einem Bekannten erlebt, dass der Anwalt erstmal nur die Emotionen aufgenommen hat, aber keine klare Strategie hatte. Das hat nichts gebracht. Gut war später jemand, der ruhig blieb und sagte: „Das ist rechtlich wichtig, das ist menschlich verständlich, aber vor Gericht nicht entscheidend.“ Genau so jemanden würde ich suchen. Viel Kraft dir.
altbau_gerd
@Hans, noch ein praktischer Punkt: Schreib dir vor dem Erstgespräch eine saubere Chronologie auf. Nicht als Roman, sondern Datum, Ereignis, Belege, Zeugen. Gerade wenn Familienrecht und Strafrecht zusammenlaufen, wird es sonst schnell emotional und unübersichtlich. Ich würde auch vorher klären, was das Erstgespräch kostet und welche Unterlagen du mitbringen sollst: Schriftverkehr, Beschlüsse, Einkommensnachweise, Nachrichtenverläufe nur geordnet und relevant. Ein guter Anwalt wird dir nicht versprechen, dass alles schnell und glatt läuft. Eher wird er Risiken benennen. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern meist seriöser als große Kampfansagen. Viel Kraft dir.
loot_lars
@Hans, noch ein praktischer Gedanke: Wenn Strafrecht mit im Raum steht, achte sehr darauf, dass du nicht in zwei Beratungen gegensätzliche Strategien bekommst. Im Trennungskonflikt wird schnell vieles vermischt, und Aussagen, die familienrechtlich „menschlich verständlich“ sind, können an anderer Stelle ungünstig sein. Ich würde im Erstgespräch deshalb klar fragen, ob die Kanzlei beides wirklich abdeckt oder mit jemandem zusammenarbeitet. Lieber sauber getrennt als ein Alleskönner, der am Ende überall nur halb drin ist. Und dokumentiere nüchtern. Keine Beschimpfungen, keine langen Rechtfertigungen, sondern Daten, Fakten, Nachrichten sichern. Das hilft einem guten Anwalt mehr als zwanzig Seiten Wuttext. Verständlich ist die Wut trotzdem, keine Frage.
maik_2000
@Hans, ich möchte den Punkt von @loot_lars nochmal unterstreichen: Wenn Strafrecht und Familienrecht gleichzeitig im Raum stehen, bitte nicht aus dem Bauch heraus irgendwelche Nachrichten schreiben, um „das Menschliche zu klären“. Das kann später ganz anders gelesen werden. Ich würde mir wirklich eine saubere Mappe machen: Chronologie, Unterlagen, bisherige Absprachen, Schreiben, Nachweise zu Einkommen/Betreuung, relevante Nachrichten nur ausgedruckt oder sortiert als Datei. Beim Erstgespräch dann klar fragen: Was hat Priorität? Was sollte ich ab sofort nicht mehr tun? Wie kommuniziere ich rechtssicher? Und achte auf dein Gefühl im Gespräch. Ein guter Anwalt muss nicht der Lauteste sein. Mir wäre wichtig: sachlich, strategisch, erklärt Risiken und verspricht nicht nach zehn Minuten den großen Sieg. Familienrecht ist selten ein Sprint.
baustopp
@Hans, neben dem Anwalt würde ich schauen, dass du dein privates Umfeld nicht zu sehr als „Beraterkreis“ benutzt. In Trennungen meinen viele es gut, aber jeder hat eine Meinung, und am Ende schreibst du drei emotionale Nachrichten, weil ein Kumpel meinte, du müsstest dich endlich wehren. Ich habe in meiner Patchwork-/Trennungserfahrung gelernt: Wenige, verlässliche Personen einweihen, aber rechtliche Schritte mit Fachleuten abstimmen. Gerade wenn Kinder beteiligt sind, wirkt jede Eskalation lange nach. Die Chronologie, die @altbau_gerd erwähnt hat, ist Gold wert. Schreib auch neutrale Dinge rein, nicht nur Vorwürfe. Wer betreut wann, welche Absprachen gab es, was lief gut, was nicht. Das hilft später, nicht nur im Wutmodus zu argumentieren.
Hans
Hallo, vielen Dank für die Tipps, hab einen sehr guten Anwalt gefunden. Lassen wir uns überraschen. Also kann das Thema gerne geschlossen werden. Danke
baustopp
@Hans, gut zu lesen, dass du jemanden gefunden hast. Dann wirklich: einmal tief durchatmen und jetzt nicht noch parallel „nebenbei“ mit der Gegenseite alles klären wollen. Ich weiß, das juckt in den Fingern, gerade wenn man das Gefühl hat, man müsste Missverständnisse sofort ausräumen. Bei mir war damals hilfreich, dem Anwalt eine saubere Zeitleiste zu geben: Datum, was passiert ist, wer war dabei, welche Nachricht liegt vor. Nicht als Roman, sondern nüchtern. Alles Emotionale habe ich mir separat von der Seele geschrieben und nicht abgeschickt ;) Danke auch für die Rückmeldung hier. Oft bleiben solche Threads offen hängen und man weiß nie, ob der Tipp geholfen hat. Alles Gute dir, auch wenn „lassen wir uns überraschen“ in solchen Sachen natürlich leichter gesagt als gelebt ist.
maik_2000
@Hans, freut mich, dass du fündig geworden bist. Dann würde ich jetzt wirklich sauber mit ihm abstimmen, was du schreiben darfst und was nicht. Gerade wenn vorher Strafrecht/Familienrecht im Raum stand, ist weniger Eigeninitiative oft mehr. > Also kann das Thema gerne geschlossen werden. Kann ich verstehen. Trotzdem vielleicht als Abschluss für Mitlesende: Beim ersten Gespräch lieber zu viel sortiert dabeihaben als zu wenig. Unterlagen, bisherige Schreiben, Nachrichten, Namen von Beteiligten, grobe Chronologie. Ein guter Anwalt filtert dann schon, was relevant ist. Und bitte nicht irritieren lassen, wenn der Anwalt erstmal bremst. Das fühlt sich manchmal passiv an, ist aber oft Strategie. Alles Gute dir und danke fürs kurze Update.
Zylinderkopf_Tom
@Hans, gut, dass du jemanden gefunden hast. Ich würde jetzt wirklich alles über den Anwalt sortieren lassen, auch wenn es schwerfällt. Gerade am Anfang will man schnell noch etwas richtigstellen oder eine Nachricht schicken, damit die andere Seite „endlich versteht“. Das kann später unnötig Ärger machen. Mein Rat aus der Ferne: Schreib dir Fragen und Gedanken auf, aber schick sie nicht sofort raus. Nimm sie mit zum Termin. Und falls Kinder betroffen sind, halt sie komplett aus solchen Klärungen raus. Kein Nachfragen, keine Botschaften, keine Stimmung testen. Das zahlt sich aus.
rechnungsprüfer
@Hans, freut mich auch, dass du fündig geworden bist. Ich bin eher der Listenmensch, deshalb würde ich bis zum ersten Termin sauber sammeln: bisherige Schreiben, Termine, Absprachen, Zahlungen, relevante Nachrichten. Nicht als Waffenkoffer, sondern damit der Anwalt schnell ein Bild hat. Wichtig finde ich: Nichts löschen, nichts nachträglich frisieren, nichts aus dem Zusammenhang reißen. Und keine langen Erklärmails an die Gegenseite, wenn der Puls hoch ist. Lieber eine Nacht liegen lassen und mit dem Anwalt klären. Das fühlt sich passiv an, ist aber oft der ruhigere Weg.
Zylinderkopf_Tom
@rechnungsprüfer, das mit dem Sammeln finde ich gut, solange man sich dabei nicht in den alten Film reinsteigert. Ich habe mal einem Freund geholfen, Unterlagen zu sortieren. Nach zwei Stunden war er wieder so auf 180, dass er fast eine lange Nachricht an seine Ex geschrieben hätte. @Hans, vielleicht wirklich einen festen Ordner machen und danach Schluss für den Tag. Nicht nachts noch Chats lesen. Der Anwalt braucht Fakten, aber du brauchst auch einen Kopf, der morgen noch funktioniert.
rechnungsprüfer
@Zylinderkopf_Tom, genau dieses „endlich versteht“ ist der gefährliche Punkt. In Trennungsthemen will man oft den einen Satz finden, der alles dreht. Den gibt es meist nicht. @Hans, ich würde mir bis zum Termin nur drei Fragen notieren: Was muss ich sofort lassen? Was muss ich sofort tun? Welche Fristen laufen? Mehr würde ich beim ersten Gespräch gar nicht erwarten. Wenn du mit zwanzig Baustellen reingehst, kommst du oft mit zwanzig neuen Sorgen raus. Klarer Start hilft.
sofa_general_01
@Hans, gut, dass du jemanden hast. Ich kenne dieses Ziehen im Bauch, wenn man denkt, man müsse jetzt selbst noch schnell etwas retten. Gerade mit Kind im Spiel fühlt sich Schweigen falsch an. Es kann aber Schutz sein. Ich würde alles, was emotional klingt, erstmal nicht schicken. Schreib es in eine Notiz, wenn es raus muss. Dann am nächsten Tag lesen und mit dem Anwalt klären. Das Kind sollte von dem ganzen Schriftverkehr möglichst wenig mitbekommen.
rechnungsprüfer
@sofa_general_01, das mit dem Schweigen als Schutz würde ich doppelt unterstreichen. Ich bin Listenmensch, aber bei Streit habe ich gelernt: Liste ja, Nachricht nein. @Hans, ich würde einen Ordner machen mit drei Fächern: Kind, Geld, Schriftverkehr. Alles rein, nichts kommentieren. Wenn du merkst, du willst noch schnell erklären, geh eine Runde um den Block oder ruf jemanden an, der dich nicht anfeuert. Ein guter Anwalt braucht Fakten, keine langen Romane aus der Wutnacht. Danke auch an @Zylinderkopf_Tom für den Satz mit dem alten Film. Genau da landet man sonst viel zu schnell.
Zylinderkopf_Tom
@rechnungsprüfer, deine drei Fragen finde ich sehr brauchbar. Ich würde noch eine vierte auf den Zettel schreiben: Was sage ich dem Kind, wenn es nachfragt? Nicht als Jurafrage im engen Sinn, aber als Schutz vor spontanen Sätzen aus dem Bauch. @Hans, ich habe bei einem Freund erlebt, wie schnell Kinder zwischen die Fronten rutschen, obwohl keiner das will. „Das kläre ich mit Mama“ ist manchmal der beste Satz. Kurz, ruhig, kein Nebensatz mit Spitze. Alles andere kommt zum Anwalt oder in die Notizen. Gerade südlich von München findest du sicher jemanden, aber wichtiger ist aus meiner Sicht: Bis dahin nichts verschlimmern.
konsolen_ritter
@Hans, neben dem Anwaltsthema würde ich aufpassen, wer in deinem Umfeld gerade Öl ins Feuer kippt. Ich hatte in einer Trennungsphase zwei Kumpels, die immer meinten: „Das darfst du dir nicht gefallen lassen.“ Danach war ich jedes Mal kampfbereit, aber keinen Schritt klüger. Ein guter Freund ist in so einer Lage nicht der lauteste, sondern der, der dich von der langen Nachricht abhält. @rechnungsprüfer hat mit den drei Fragen recht. Sammeln, sortieren, Termin machen. Und bei allem, was das Kind betrifft, lieber einmal zu ruhig als einmal zu scharf. Kinder hören mehr, als man denkt, auch durch geschlossene Türen.
papapause_81
@Hans, ich würde bei der Anwaltssuche nicht nur auf „scharf“ hören. Ein Bekannter von mir hatte so einen Kämpfer, der jeden Brief wie einen Angriff schrieb. Am Ende war mehr kaputt als vorher und das Kind stand mittendrin. > Was sage ich dem Kind, wenn es nachfragt? Den Punkt von @Zylinderkopf_Tom finde ich stark. Schreib dir dazu wirklich zwei ruhige Sätze auf. Nicht spontan im Flur, wenn du gerade kochst und innerlich kochst. Bei uns half: „Mama und Papa klären Erwachsenensachen. Du musst nichts entscheiden.“ Klingt schlicht, aber es nimmt Druck raus.
rechnungsprüfer
@Hans, ich würde vor dem ersten Termin eine Seite mit Fakten machen. Nicht fünf Seiten Wut, sondern Datum, Thema, Beleg. Umgang, Geld, Schriftverkehr, offene Punkte. Wenn du das trennst, kann ein Anwalt schneller sehen, wo er wirklich ran muss. @rechnungsprüfer hat mit „Liste ja, Nachricht nein“ einen wichtigen Satz geschrieben. Ich habe auch schon Nachrichten entworfen und nie gesendet. Das war oft die beste Mail meines Lebens ;) Frag den Anwalt auch, wie er deeskaliert, nicht nur wie er Druck macht. Du brauchst jemanden, der dich bremst, wenn du aus Verletzung handeln willst.
spielplatz_hannes
@Hans, noch ein Gedanke aus Umgangs-Sicht: Such dir jemanden, der nicht nur Akten sieht, sondern auch den Alltag danach. Ein Anwalt kann einen Brief gewinnen und du musst trotzdem beim nächsten Elternabend neben der Mutter sitzen. Ich hatte mal eine Phase, in der ich jede Formulierung als Kampf gelesen habe. Da war es gut, jemanden zu haben, der sagte: „Das beantworten wir sachlich, nicht beleidigt.“ @konsolen_ritter hat recht mit den Kumpels, die Öl reinkippen. Ich würde vorerst nur mit zwei ruhigen Leuten reden. Nicht mit der ganzen WhatsApp-Runde. Je mehr Publikum, desto schwerer wird ein vernünftiger Schritt zurück.
D_Schmidt
@Hans, ich würde beim Anwalt auch fragen, wie er mit Eskalation umgeht. Nicht nur „Was können wir fordern?“, sondern „Was bringt dem Kind in drei Monaten mehr Ruhe?“ Das trennt für mich gute Beratung von bloßem Krawall. > Nicht fünf Seiten Wut, sondern Datum, Thema, Beleg. Da bin ich bei @rechnungsprüfer. Ich habe in Patchwork erlebt, wie schnell Erwachsene alte Rechnungen in neue Mails packen. Für den Anwalt mag das Stoff sein, für das Kind ist es Gift. Schreib dir Wut ruhig extra von der Seele, aber nimm zum Termin die trockenen Fakten mit. Und wenn du eine Kanzlei anrufst, achte auf dein Bauchgefühl: Wird dir nur Kampf verkauft oder fragt jemand nach Umgang, Schule, Alltag?
loot_lars
@Hans, ich komme nicht aus München, aber aus Patchwork Sicht ein Punkt: Such jemanden, der dir vorher klar sagt, was rechtlich realistisch ist. Ich habe bei einem Bekannten gesehen, wie ein Anwalt jede Hoffnung gefüttert hat, weil der Mandant genau das hören wollte. Nach Monaten war viel Geld weg und die Stimmung zwischen den Eltern noch schlechter. Frag ruhig direkt: „Was würden Sie mir ausreden?“ Wenn dann nichts kommt, wäre ich vorsichtig. Ein guter Anwalt darf auch bremsen. Und wie @spielplatz_hannes schrieb: Ihr seht euch danach weiter. Übergaben, Schulfeste, Arzttermine. Ein Schreiben kann hart genug sein, ohne jedes Wort wie eine Ohrfeige zu formulieren.
rechnungsprüfer
@Hans, ich würde zum Ersttermin drei Stapel machen. Erstens feste Fakten mit Datum. Zweitens offene Fragen. Drittens Dinge, die dich emotional fertig machen, aber nicht direkt vor Gericht gehören. Das klingt trocken, hilft aber sehr. Bei mir im Kopf ist sonst alles ein großer Knoten. Wenn ich es sortiere, sehe ich schneller: Was ist ein echtes Problem, was ist ein blöder Satz aus einer WhatsApp, der mich nur triggert? Noch ein Tipp: Frag nach Kosten und nächstem Schritt ganz konkret. Nicht mit „Wir schauen mal“. Sondern: Was machen wir jetzt, was warten wir ab, wann melden Sie sich? Das gibt dir wieder etwas Boden unter den Füßen.
papapause_81
@Hans, ich würde beim Anwalt auch darauf achten, ob er dich bremsen kann. Klingt komisch, aber in so einer Lage ist man schnell im Modus „Jetzt zeige ich es allen“. Ein guter Anwalt sortiert mit dir, was wirklich fürs Kind zählt und was nur Druck ablässt. > Drittens Dinge, die dich emotional fertig machen, aber nicht direkt vor Gericht gehören. Das von @rechnungsprüfer finde ich stark. Schreib den dritten Stapel trotzdem auf. Nicht zum Verschicken, sondern damit er nicht nachts im Kopf Karussell fährt.
D_Schmidt
@Hans, ich kenne keinen im Raum München, aber ich würde beim Erstgespräch sehr direkt fragen: „Wie halten Sie Eltern im Gespräch, ohne sofort alles anzuzünden?“ Wenn dann nur Kampfparolen kommen, wäre ich vorsichtig. Bei Patchwork und Umgang habe ich oft gesehen, dass die erste Tonlage lange nachhallt. Wenn der Anwalt sauber, sachlich und klar schreibt, ist das meistens besser als ein Brief, der sich beim Lesen gut anfühlt, aber die andere Seite komplett dicht macht.
rechnungsprüfer
@Hans, nimm zum Termin auch deine Ziele in einer Reihenfolge mit. Nicht zehn Ziele gleich wichtig. Bei mir wäre das zum Beispiel: Kontakt zum Kind sichern, Geld sauber klären, Kommunikation schriftlich halten, Drama senken. Ich bin Listenmensch, vielleicht nervt das ;) Aber gerade wenn der Kopf kocht, hilft es. Frag den Anwalt auch, was du ab sofort lieber nicht mehr schreibst. Eine unbedachte Nachricht kann später mehr kaputt machen als drei gute Mails retten.
rechnungsprüfer
@Hans, ich würde noch einen Punkt ergänzen, weil ich den bei Papierkram gern unterschätze: Schreib dir nach jedem Gespräch sofort kurz auf, was besprochen wurde. Nicht als Drohakte, sondern damit dein Kopf nicht nachts alles dreimal neu sortiert. > Kontakt zum Kind sichern, Geld sauber klären, Kommunikation schriftlich halten, Drama senken. Das von @rechnungsprüfer finde ich als Reihenfolge sehr brauchbar. Gerade „Drama senken“ klingt weich, ist aber für das Kind oft der größte Hebel. Wenn der Anwalt dich darin unterstützt, ruhig zu bleiben, wäre das für mich ein gutes Zeichen.
sofa_general_01
@Hans, ich kann keinen Namen liefern, aber ich würde beim Anwalt auf dein Bauchgefühl im Gespräch achten. Fühlst du dich danach klarer oder nur heißer? In Patchwork habe ich gelernt: Manche Leute machen aus jedem Satz sofort ein Schlachtfeld. Das hilft kurz dem verletzten Stolz, aber selten dem Kind. Frag ruhig konkret: „Was raten Sie mir, wenn ich provoziert werde?“ Wenn die Antwort nur lautet „sofort dagegenhalten“, wäre ich skeptisch. Ein guter Anwalt darf klar sein und trotzdem verhindern, dass du dich selbst in die Ecke manövrierst.
D_Schmidt
@papapause_81, das mit dem Bremsen unterschreibe ich. Gerade wenn man verletzt ist, klingt ein harter Anwalt erstmal nach Schutz. Man merkt aber oft erst später, dass er auch Öl ins Feuer kippt. @Hans, nimm zum ersten Termin alle Fakten mit, aber auch eine klare Grenze für dich: Was willst du deinem Kind in einem Jahr erklären können, ohne rot zu werden? Mir hat dieser Gedanke in Patchwork oft geholfen. Nicht weich werden, aber auch nicht jeden Nebenkrieg führen. Umgang, verlässliche Zeiten, Geld sauber klären, das sind schon genug Baustellen.
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