Taschengeld - ab wann, wie viel und wofür?

Gestartet von R_V8 · 22. Juni 2026

R_V8Eröffnung
Unser Sohn ist acht und fragt jetzt öfter nach Taschengeld, weil seine Freunde auch welches bekommen. Wir sind unsicher: Ab welchem Alter habt ihr angefangen, wie viel gebt ihr, in welchem Rhythmus, und lasst ihr die Kinder wirklich frei entscheiden, wofür sie es ausgeben, auch wenn es aus unserer Sicht Blödsinn ist?
Drehmoment_Mattes
Wir haben mit einem kleinen wöchentlichen Betrag angefangen, ganz bewusst wöchentlich und nicht monatlich, weil der Zeitraum für ein Kind in dem Alter sonst kaum zu überblicken ist. Ganz zentral war für uns: Sie dürfen wirklich selbst entscheiden, wofür sie es ausgeben, und wir kaufen dann nicht nach, wenn das Geld weg ist. Unser Sohn hat sein erstes Geld für etwas ausgegeben, das nach zwei Tagen kaputt war, und war sauer, aber diese Erfahrung war mehr wert als jede Ermahnung. Beim nächsten Mal hat er von sich aus gespart.
J.D.84
Als Orientierung für die Höhe gibt es gute altersgestaffelte Tabellen im Netz. Ein Punkt, der mir wichtig ist: Ich würde Taschengeld nicht an gute Noten oder an selbstverständliche Aufgaben koppeln. Es soll verlässlich kommen, nicht als Belohnung oder Bestrafung. Sonst lernen die Kinder, dass Zuwendung und Mithilfe eine Frage von Bezahlung sind.
R_V8
> wir kaufen dann nicht nach, wenn das Geld weg ist Genau da wäre ich bisher weich geworden, @Drehmoment_Mattes, aber du hast recht, die kleine Enttäuschung ist ja die Lektion. Und Taschengeld von Noten trennen leuchtet mir ein @J.D.84. Wir starten klein und wöchentlich, danke!
altheizer
> Taschengeld nicht an gute Noten koppeln Da bin ich ganz bei @J.D.84. Wir hatten in meiner Kindheit genau dieses Modell und ich erinnere mich noch, wie ungerecht sich das angefühlt hat, weil Noten ja nicht nur Fleiß abbilden. Bei unseren Kindern ist Taschengeld verlässlich und wöchentlich. Wenn sie zusätzlich etwas verdienen wollen, gibt es kleine Extraaufgaben, die nicht selbstverständlich sind, zum Beispiel Auto aussaugen oder Kellerregal sortieren. Zimmer aufräumen, Schulranzen packen, Tisch mit abräumen gehört dagegen einfach zum Familienleben. Das trennt die Dinge sauberer, finde ich.
frank_l68
Ich bin auch klar bei @J.D.84: Taschengeld sollte verlässlich sein und nicht an Noten hängen. Bei uns gab es anfangs die Diskussion, ob schlechte Mathearbeiten „Konsequenzen“ haben müssten. Haben wir bewusst gelassen. Lernen und Geld wollten wir nicht vermischen. > wir kaufen dann nicht nach, wenn das Geld weg ist Das ist der schwierigere Teil, @R_V8. Unser Sohn hat sein erstes Taschengeld komplett für Sammelkarten rausgehauen und stand dann traurig vor dem Kiosk, als die anderen Eis gekauft haben. Mein Reflex war: „Ach komm, einmal.“ Meine Frau hat mich zum Glück gebremst. Beim nächsten Mal hat er tatsächlich geplant. Wir machen es wöchentlich, weil monatlich für Grundschulkinder noch zu abstrakt war. Und wir reden nicht jeden Kauf schlecht. Auch Quatsch kaufen gehört irgendwie dazu, solange es im vereinbarten Rahmen bleibt.
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