Unser Sohn ist gut zwei und spricht noch sehr wenig, ein paar Worte, aber weit weniger als die meisten Gleichaltrigen in unserer Krabbelgruppe. Die Kinderärztin sagt abwarten, er verstehe ja alles und sei sonst altersgerecht. Aber der Vergleich lässt mich nachts grübeln. Ab wann habt ihr euch Sorgen gemacht, und wann sollte man wirklich aktiv werden?
Später Sprecher - ab wann habt ihr euch Sorgen gemacht?
Gestartet von rechnungsprüfer · 29. Juni 2026
Unser Sohn war auch ein ausgesprochener Spätsprecher, und ich habe mir damals den Kopf zermartert. Dann kam irgendwann zwischen zweieinhalb und drei plötzlich der große Wortschub, und heute bekommt man ihn kaum gestoppt :)
Der entscheidende Punkt ist das Sprachverständnis: Wenn dein Sohn versteht, was ihr sagt, Aufforderungen umsetzt, auf Dinge zeigt, ist das ein sehr gutes Zeichen, auch wenn er selbst wenig produziert. Was du fördern kannst, ohne Druck: viel vorlesen, im Alltag benennen was ihr seht, und weniger vergleichen.
> Wenn die Sorge bleibt, würde ich sie ernst nehmen
Genau, und nicht ewig nur abwarten. Eine logopädische Beratung ist keine große Sache und kann früh entlasten, oft geht es nur um eine Einschätzung und Anregungen, nicht gleich um eine Therapie. Wir haben das 'nur zur Sicherheit' gemacht, und allein das 'alles im grünen Bereich' hat uns enorm beruhigt. Ein Hörtest schadet auch nie.
Der Hinweis, aufs Sprachverständnis zu schauen statt nur aufs aktive Sprechen, beruhigt mich sehr, denn verstehen tut er wirklich alles, danke @christian1980. Weniger vergleichen und weiter vorlesen nehme ich mir vor. Und falls die Sorge bleibt, hole ich mir eine Einschätzung, gut zu wissen, dass das keine große Sache ist @H_P_M!
@rechnungsprüfer, wenn er wirklich viel versteht, würde mich das erstmal beruhigen, aber ich finde den Hinweis von @H_P_M wichtig: eine Einschätzung tut nicht weh. Unser Kleiner hat lange nur einzelne Wörter gesagt, dafür aber jede Aufforderung verstanden, sogar mehrstufige Sachen wie Hol bitte die Schuhe und bring sie zur Tür. Die Kinderärztin hat uns damals geraten, viel zu kommentieren, aber nicht dauernd abzufragen. Also nicht Was ist das? Sag mal Auto!, sondern eher: Da fährt ein rotes Auto, das ist laut. Das nimmt Druck raus. Vergleichen macht einen wahnsinnig. In der Krippe gab es Kinder, die mit zwei halbe Romane erzählt haben, unserer eben nicht. Heute quatscht er beim Frühstück ohne Punkt und Komma.
Der Unterschied zwischen Sprachverständnis und aktivem Sprechen war bei uns auch der Knackpunkt. Unser Sohn hat spät losgelegt, aber schon lange vorher alles verstanden: Schuhe holen, Buch ins Regal, Papa die Tasse bringen. Das hat die Kinderärztin damals sehr beruhigt. Trotzdem finde ich @H_P_Ms Hinweis wichtig, nicht aus falschem Stolz ewig zu warten. Eine Einschätzung ist ja kein Stempel. Bei uns gab es zwei Termine mit einer Logopädin, eher Beratung für uns Eltern: langsamer sprechen, Pausen lassen, nicht ständig korrigieren. Drei Monate später kamen die Wörter dann fast explosionsartig.