Die Ferien sind da, wir fahren dieses Jahr nur eine Woche weg und der Rest ist zuhause in Niedersachsen. Ich merke schon nach ein paar Tagen: Ohne Kita-/Schulrhythmus verschwimmt alles. Frühstück spät, Kinder streiten früher, ich arbeite teilweise im Homeoffice und denke dauernd, ich müsste ein tolles Ferienprogramm liefern.
Eigentlich will ich keine sechs Wochen Eventagentur sein. Aber ganz ohne Struktur kippt hier die Stimmung. Habt ihr einfache Ferienroutinen? Also so etwas wie Vormittag raus, nachmittags frei, feste Medienzeiten, kleine Aufgaben? Ich suche nach alltagstauglich, nicht Pinterest-Familienolympiade :) Danke!
Wie strukturiert ihr die Sommerferien zuhause ohne Dauerprogramm?
Gestartet von morgenmuffel_jan · 27. Juli 2026
@morgenmuffel_jan, wir machen in Ferien zuhause gern eine sehr grobe Tagesformel: vormittags einmal raus, nachmittags Ruhe/Spielzeit, abends kleine gemeinsame Sache. Raus kann Spielplatz, Bibliothek, Brötchen holen oder Radrunde sein. Nicht Ausflug mit Eintritt und Marschverpflegung.
Was bei uns gut funktioniert: eine Liste mit einfachen Ideen am Kühlschrank. Jeder darf Vorschläge draufschreiben. Wenn Langeweile kommt, wird nicht sofort Papa zum Animateur, sondern erst Liste geguckt. Darauf stehen auch banale Dinge: Wasserfarben, Höhle bauen, Hörspiel, Fußballplatz, Oma anrufen.
Und ja, Medienzeiten vorher klären. Nicht täglich neu verhandeln. Ferien dürfen lockerer sein, aber wenn alles offen ist, fragen Kinder verständlicherweise alle 18 Minuten nach Tablet.
Wir haben letztes Jahr „Ferien zuhause“ unterschätzt. Ich dachte, weniger Termine bedeutet automatisch entspannter. Tatsächlich fehlten den Kindern die Anker. Seitdem gibt es bei uns Ferien nicht komplett frei, sondern anders rhythmisiert.
Morgens nach dem Frühstück macht jeder eine kleine Aufgabe: Spülmaschine, Wäsche in Korb, Pflanzen gießen, je nach Alter. Dann raus, bevor alle in Lego-Streit und Sofaträgheit versinken. Nach dem Mittag ist Pause: lesen, Hörspiel, bauen, auch mal Medien. Ich arbeite dann, soweit möglich.
@morgenmuffel_jan, Eventagentur musst du wirklich nicht sein. Manchmal ist der beste Ferientag: Rad zum Bäcker, Wasserschlacht im Garten, Nudeln mit Pesto, abends Vorlesen. Kinder brauchen Erinnerungen, aber nicht jeden Tag ein Highlight mit Parkticket.
@morgenmuffel_jan, wir machen es ähnlich wie @norbert_nb. Wenn die Ferien zuhause komplett offen sind, drehen unsere beiden spätestens am dritten Tag hohl. Nicht, weil sie Programm brauchen, sondern weil keiner weiß, was als Nächstes kommt.
Bei uns hängt morgens ein kleiner Zettel am Kühlschrank: raus, ruhig, gemeinsam. Raus kann auch nur Spielplatz mit Apfelstücken sein. Ruhig heißt Hörspiel, malen, Zimmerchaos. Gemeinsam ist abends Karten spielen oder vorlesen. Mehr planen wir nicht. Homeoffice ist trotzdem sportlich, aber die Kinder fragen nicht alle zwölf Minuten, was heute noch passiert.
@abendbrot_papa, „anders rhythmisiert“ gefällt mir. Ich habe auch gemerkt, dass ich Ferien mit grenzenloser Freiheit verwechselt habe. Nach drei Tagen waren alle müde und die Küche sah aus wie nach einem Pfannkuchenunfall mit Zeugenflucht.
Wir starten seit Montag mit einem festen Frühstück, auch wenn es später ist als sonst. Danach einmal raus, egal ob Fahrradrunde, Bäcker oder nur Park. Nachmittags darf es gammelig sein. Für mich im Homeoffice wichtig: klare Ansage, wann ich wirklich nicht ansprechbar bin. Sonst werde ich zum Kiosk mit Laptop.
Ich finde, Ferien zuhause dürfen auch langweilig sein. Wir Eltern rutschen schnell in dieses Gefühl, jeden Tag müsste eine Erinnerung fürs Familienalbum liefern. Unsere Kinder brauchen aber auch Tage, an denen sie erst motzen und dann plötzlich aus Decken eine Höhle bauen.
@norbert_nb, eure Tagesformel klingt genau richtig. Wir haben noch eine kleine Medienzeit am frühen Nachmittag eingebaut. Nicht als Dauerberieselung, sondern als Pause für alle. Danach sind die Kinder oft wieder bereit für Garten, Wasserpistolen oder Streit um denselben Stock. Letzteres gehört offenbar zum Sommer dazu ;)