Unsere Tochter ist knapp drei und wir überlegen, mit dem Sauberwerden zu starten. Ehrlich gesagt ist mein größtes Problem der Vergleichsdruck im Umfeld: Im Bekanntenkreis heißt es ständig 'was, die trägt noch Windeln?', und meine Schwiegermutter erzählt bei jeder Gelegenheit, dass ihre Kinder mit anderthalb trocken waren. Ich will das entspannt angehen, aber es nagt an mir. Wie habt ihr das gemacht, und wie geht ihr mit solchen Kommentaren um?
Sauberwerden ohne Druck - eure Erfahrungen und der Vergleichsdruck
Gestartet von H_P_M · 26. Juni 2026
Genau richtig, kein Druck, das ist das A und O. Bei allen drei Kindern war der Zeitpunkt komplett unterschiedlich, eins war mit gut zwei so weit, eins erst mit fast dreieinhalb, und heute sieht man keinem der drei an, wann es losging.
Konkret haben wir ein Töpfchen einfach bereitgestellt, es locker zum Thema gemacht, ohne Zwang und ohne Belohnungssysteme. Als das Interesse von selbst kam, ging es innerhalb von ein paar Wochen. Der körperliche Reifepunkt lässt sich nämlich nicht antrainieren, egal was die Großeltern erzählen.
Zu den Kommentaren: Meine ehrliche Erfahrung ist, dass frühes Trockensein oft eher heißt, dass die Eltern früh angefangen und viel hinterhergeputzt haben. Ich habe irgendwann freundlich gesagt: 'Wir machen das im Tempo unserer Tochter.' Und dann Thema gewechselt.
> Wir machen das im Tempo unserer Tochter
Perfekter Satz, @andreas_ohv. Die Vergleiche im Bekanntenkreis würde ich so gut es geht ausblenden, das gilt für fast alle Entwicklungsthemen. Ich habe für mich gelernt, dass dieser Wettbewerb unter Eltern niemandem hilft und vor allem den Kindern Druck macht, der da nicht hingehört.
Danke, das entspannt mich wirklich. Der Gedanke, dass frühes Trockensein oft eher was über die Eltern als über das Kind sagt, nimmt mir den Druck komplett. Wir stellen einfach ein Töpfchen hin und lassen sie das Tempo bestimmen, und für die Kommentare hab ich jetzt einen guten Satz parat :)
@H_P_M, der Satz für Kommentare von außen ist wirklich Gold wert. Bei uns kamen auch ständig Vergleiche: „Also meiner war da längst trocken.“ Ja, schön für ihn ;) Unser Sohn hatte schlicht lange kein Interesse. Das Töpfchen stand da, manchmal saß ein Kuscheltier drauf, manchmal er mit Hose, meistens niemand.
Irgendwann wollte er dann plötzlich selbst, weil ein älteres Kind in der Kita aufs Klo ging. Ab da ging es relativ schnell, aber nur, weil wir vorher keinen Machtkampf daraus gemacht hatten. Rückfälle gab es trotzdem, besonders bei Müdigkeit oder wenn Besuch da war.
> Wir machen das im Tempo unserer Tochter
Genau so würde ich es formulieren. Praktisch geholfen haben bei uns Hosen, die schnell runtergehen, ein kleiner Hocker am Waschbecken und kein Drama bei Unfällen. Einmal tief durchatmen, wischen, weiterleben. Druck macht nur alle steif.