Wir sind in der 30. Woche und finden einfach keinen Namen, der uns beiden gefällt. Jeder Vorschlag von mir wird sofort abgeschmettert, meist mit 'so hieß ein Junge in meiner Klasse, den ich nicht mochte', und umgekehrt genauso. Langsam wird es ein wunder Punkt zwischen uns, obwohl es eigentlich was Schönes sein sollte. Wie habt ihr das gelöst, ohne dass daraus Grundsatzdiskussionen wurden?
Wie habt ihr euch bei der Namenssuche ohne Streit geeinigt?
Gestartet von Holzwurm66 · 24. Juni 2026
Uns hat eine simple Methode gerettet: Jeder schreibt unabhängig vom anderen seine ehrliche Top 10 auf, ohne sich abzusprechen. Dann legt man beide Listen nebeneinander und schaut nur auf die Schnittmenge. Bei uns waren das von zwanzig Namen genau zwei, aber diese zwei waren dann wirklich mehrheitsfähig, weil beide sie schon von sich aus gut fanden. Der Trick ist, dass keiner den Namen des anderen abschießen muss, ihr redet nur über das, was ohnehin bei beiden vorkam.
Bei uns kam der Name ehrlich gesagt erst, als wir unsere Tochter das erste Mal gesehen haben.
Wir hatten bis zur Geburt drei Favoriten auf einem Zettel und uns ganz bewusst nicht festgelegt, weil wir gemerkt haben, dass der Druck die Sache nur schlimmer macht. Als sie dann da lag, war für uns beide innerhalb von Minuten klar, welcher der drei passt. Das klingt esoterisch, war aber so.
Was ich außerdem gelernt habe: Sagt den Favoriten möglichst niemandem im Umfeld vorher. Sobald Oma, Schwester und Kollegen ihre Meinung abgeben, ist ein Name ganz schnell 'verbrannt'.
> Sagt den Favoriten möglichst niemandem im Umfeld vorher
So wahr, @C.A.M.! Wir haben bei Kind zwei den Namen bis zur Geburt komplett geheim gehalten und das war so viel entspannter. Niemand konnte mitreden, und als er dann da war, wurde der Name einfach akzeptiert, weil das Kind ja schon da war. :)
Die Listen-Idee testen wir heute Abend, das nimmt echt das Gegeneinander raus. Und den Namen geheim halten leuchtet mir sofort ein, meine Schwiegermutter hat nämlich zu allem eine Meinung ;) Danke euch!
> Sagt den Favoriten möglichst niemandem im Umfeld vorher
Kann ich nur unterschreiben, @C.A.M. :) Wir haben bei Kind zwei genau so gemacht und es war so viel entspannter. Mein Tipp zusätzlich: Legt euch eine Deadline, ab der der Name feststehen muss, sonst diskutiert ihr noch mit drei Wochen altes Baby auf dem Arm weiter.
Wir haben bei der Namenssuche eine Regel eingeführt: Kein Name wird sofort mit einem Kommentar erschossen. Also nicht „geht gar nicht, so hieß mein Mathelehrer“, sondern erstmal aufschreiben und später gemeinsam sortieren. Das hat die Stimmung deutlich entspannt.
@C.A.M.s Tipp, die Favoriten nicht im Umfeld zu erzählen, kann ich nur bestätigen. Wir haben einmal den Fehler gemacht, zwei Namen beim Sonntagskaffee zu nennen. Danach kamen Geschichten über entfernte Cousins, nervige Kollegen und angeblich „komische Abkürzungen“. Danach war einer der Namen für meine Frau verbrannt, obwohl er uns vorher beiden gefiel.
> Legt euch eine Deadline
Guter Zusatz von @netzwerkheini. Sonst wird aus der Suche ein Dauerthema. Wir hatten am Ende drei Namen, haben sie laut mit Nachnamen gesagt und einmal „Papa von ... bitte zum Sekretariat“ gespielt. Klingt albern, hilft aber wirklich.
@Holzwurm66, die Listen-Idee hat bei uns damals den Frieden gerettet. Wir hatten jeder eine Liste mit zehn Namen und mussten beim ersten Durchgang nur markieren: könnte ich mir vorstellen, weiß nicht, eher nein. Kein Kommentar, keine Grimasse. Erst danach wurde gesprochen. Das nimmt diesem Thema die persönliche Kränkung, wenn der Lieblingsname des anderen nicht sofort Begeisterung auslöst. Und @netzwerkheini hat mit der Deadline recht. Sonst hängt man ewig zwischen drei Namen fest und jeder neue Vorschlag macht es komplizierter. Geheim halten würde ich den Namen auch. Bei uns hat ein harmloser Kommentar aus der Familie gereicht und schon war ein Name verbrannt.
@Holzwurm66, wir hatten bei der Namenssuche eine ziemlich einfache, aber gute Regel: Jeder darf Namen mögen, ohne sie sofort verteidigen zu müssen. Am Anfang haben wir nur gesammelt. Zettel in der Küchenschublade, immer wenn einer eine Idee hatte, kam sie drauf. Kein Kommentar im Vorbeigehen, keine Grimasse.
Nach zwei Wochen haben wir sortiert: ja, vielleicht, eher nein. Bei „eher nein“ musste man nicht begründen, außer der andere fragte wirklich ruhig nach. Das hat verhindert, dass aus „Ich mag den Klang nicht“ plötzlich ein Grundsatzstreit über die Schwiegerfamilie wurde.
Und ja: Niemandem vorher sagen. Wirklich niemandem. Einmal sagte meine Tante zu einem Favoriten: „So hieß früher unser Dackel.“ Danach war der Name tot, obwohl er objektiv schön war :) Beim zweiten Kind haben wir den Namen erst nach der Geburt gesagt. Da trauen sich die meisten weniger dumme Kommentare.
@Pinselbube, der Dackel-Kommentar ist leider genau die Kategorie, vor der ich immer warne :) Namen sind so empfindlich, weil jeder sofort irgendeine Assoziation hat. Lehrer, Exfreundin, Hund, Nachbarskind. Wenn man alles vorher ins Umfeld wirft, bleibt am Ende kein Name übrig.
Wir hatten eine Veto-Regel: Jeder darf drei Namen ohne Begründung streichen. Aber eben nur drei, damit nicht aus Bequemlichkeit alles abgeschossen wird. Danach mussten wir über die übrig gebliebenen wirklich reden: Klang, Schreibweise, passt zum Nachnamen, mögliche Abkürzungen.
Eine Deadline half auch. Zwei Wochen vor Termin hatten wir zwei Favoriten und haben gesagt: Wir entscheiden, wenn wir das Kind sehen. Das klang kitschig, war aber entspannt. Im Krankenhaus war dann relativ schnell klar, welcher passt. Und als der Name verkündet war, kamen kaum Kommentare. Fertige Babys entwaffnen die Verwandtschaft ein bisschen ;)
@C.A.M., ja, Namen zu früh ins Umfeld werfen ist wie ein kleines Feuer anzünden und dann überrascht sein, dass Rauch entsteht. Jeder kennt irgendeinen Kevin aus der 7b, eine nervige Kollegin oder eben den Dackel.
Bei uns war wichtig: erst breit sammeln, dann langsam streichen. Und Streichen musste ohne Begründungsrede erlaubt sein. Wenn meine Frau bei einem Namen Bauchweh hatte, musste sie nicht vor Gericht beweisen, warum. Umgekehrt genauso.
> Jeder darf Namen mögen, ohne sie sofort verteidigen zu müssen.
Das war wirklich unser Friedenssatz. Erst als wir beide drei Favoriten hatten, haben wir laut gesprochen: passt zum Nachnamen, Abkürzungen, Geschwistername, Aussprache. Familie erfuhr den Namen nach der Geburt. Da sagen die meisten nur noch: „Oh wie schön.“ Und wenn nicht, hört man es wenigstens nicht so deutlich ;)
Bei Namen würde ich auch auf Tagesform achten. Wir haben einmal abends nach einem langen Tag darüber gesprochen und plötzlich war jeder Vorschlag eine Provokation. Nicht weil die Namen so schlimm waren, sondern weil wir beide leer waren.
Danach gab es bei uns eine Regel: Namensgespräche nur in ruhigen Momenten und maximal 20 Minuten. Klingt albern, hat aber verhindert, dass aus „Ich mag den Klang nicht“ ein Grundsatzstreit über Familiengeschichte wurde.
@Pinselbube, die Küchenschubladen-Liste finde ich sympathisch. So entsteht Sammlung statt Duell. Und ich würde Spitznamen/Initialen einmal nüchtern prüfen, aber nicht jeden denkbaren Schulhofspruch vorwegnehmen. Kinder finden im Zweifel zu jedem Namen irgendwas. Am Ende muss der Name für euch tragbar sein, nicht für Tante Ernas kompletten Bekanntenkreis.
@R_V8, Tagesform ist bei Namen wirklich unterschätzt. Wir hatten eine Phase, da wurde jeder Vorschlag sofort verteidigt, als ginge es um die Familienehre. Dabei waren wir einfach müde und gereizt.
Bei uns half eine Art Vetorecht ohne Begründung. Jeder durfte Namen streichen, die wirklich gar nicht gingen, ohne dass der andere eine PowerPoint halten musste, warum der Name doch schön ist. Aber: Veto sparsam nutzen. Sonst bleibt nur noch „Kind 1“ übrig ;)
Und wir haben den Namen laut im Alltag getestet: „Kannst du bitte deine Schuhe anziehen, …?“ Das klingt banal, aber manche Namen fühlten sich auf Papier schön an und im Familienflur plötzlich fremd.
@C.A.M., dein Punkt mit dem Umfeld hat uns damals vermutlich gerettet. Wir haben den finalen Namen wirklich erst nach der Geburt gesagt. Vorher gab es nur „wir haben eine kleine Liste“. Das fanden manche nervig, aber ich wollte nicht noch Tante-Ernas Dackelgeschichte im Kopf haben.
Was bei uns gut war: getrennt sammeln, dann zusammenlegen. Meine Frau und ich hatten jeweils zehn Namen, und spannend war, wo es Überschneidungen gab. Nicht viele, aber genug, um nicht bei null anzufangen.
@R_V8, abends nach einem langen Tag über Namen zu reden war bei uns auch Gift. Da klang sogar ein eigentlich schöner Name plötzlich wie eine Steuererklärung.
@C.A.M., Vetorecht ohne Begründung hätte uns einige schräge Abende erspart. Ich wollte damals jeden Namen verteidigen, als hätte ich ihn selbst geschnitzt. Meine Frau sagte nur „fühlt sich nicht gut an“, und ich wollte eine Präsentation dazu.
Irgendwann haben wir verstanden: Bei Namen zählt Gefühl sehr stark. Wenn einer jedes Mal zusammenzuckt, ist der Name raus. Ohne Gerichtsverhandlung. Und Umfeld erst spät einweihen war klug. Sonst sammelt man Geschichten, die niemand braucht.
@Pinselbube, Tante-Ernas Dackelgeschichte hatten wir in anderer Form. Jeder Name erinnerte irgendwen an einen komischen Kollegen, eine Ex oder einen fiesen Lehrer. Wenn man das alles ernst nimmt, bleibt am Ende nur „Kind“ übrig.
Wir haben die Liste klein gehalten und laut im Alltag getestet. „Kannst du bitte deine Schuhe anziehen?“ mit dem Namen davor. Das war erstaunlich hilfreich. Manche Namen sahen geschrieben schön aus, fühlten sich aber im Flur mit Matschhose komisch an.
@Pinselbube, „fühlt sich nicht gut an“ musste ich auch erst als volle Begründung akzeptieren. Ich wollte Namen diskutieren wie einen Autokauf. Herkunft, Klang, Abkürzung, mögliche Spitznamen. Meine Frau sagte bei manchen einfach nein. Das hat mich genervt, bis ich gemerkt habe: Sie muss den Namen genauso jeden Tag sagen.
Unser bestes Werkzeug war eine kleine Liste mit drei Spalten: mag ich, geht vielleicht, geht gar nicht. Die letzte Spalte war ohne Diskussion. Wenn einer einen Namen dort einträgt, ist er raus. Nicht beleidigt sein, nicht nachbohren.
@C.A.M., Umfeld raushalten war bei uns auch wichtig. Sobald Namen öffentlich sind, werden sie kommentiert. Und manche Kommentare bleiben kleben, obwohl sie völlig egal sein sollten. Nach der Geburt sagen die meisten sowieso: „Ach schön.“ Vorher erzählen sie dir von jeder Ex, jedem Lehrer und jedem Hund.
@C.A.M., „am Ende bleibt nur Kind“ musste ich sehr feiern. Genau so fühlte es sich an, sobald wir andere fragten. Jeder hatte eine Geschichte. Der eine Name war zu alt, der andere zu modern, der dritte klang angeblich nach einem Fußballer, den ich nicht mal kannte.
@Pinselbube, Vetorecht ohne Vortrag würde ich jedem Paar empfehlen. Bei uns gab es einmal Streit, weil ich einen Namen toll fand und meine Frau nur das Gesicht verzog. Ich nahm das persönlich, als hätte sie meine Werkstatt beleidigt. Dabei war es einfach nicht ihr Name.
Wir haben die Namen laut im Alltag getestet. „Mara, komm bitte zum Essen.“ „Jonas, deine Schuhe.“ Das klingt albern, aber manche Namen fühlen sich auf Papier anders an als im Flur mit Wäschekorb in der Hand. Und bitte nicht nachts um halb zwölf noch Namen diskutieren. Müde Leute taufen schlecht.
@Pinselbube, wir haben irgendwann aufgehört, Namen mit der ganzen Familie zu testen. Das war wie Grillen mit zehn Leuten, aber jeder bringt nur Kritik mit. Einer fand den Namen zu weich, einer kannte einen doofen Mitschüler, einer dachte an einen Hund.
@C.A.M. hat schon geschrieben: Die Liste klein halten. Bei uns durfte jeder fünf Namen aufschreiben. Dann haben wir nur markiert: geht, geht nicht, vielleicht. Ohne Plädoyer. Das war wichtig, weil man sonst jeden Namen totredet.
Und „fühlt sich nicht gut an“ zählt. Ich musste das auch lernen. Ein Name bleibt beim Kind, nicht bei meinem Wunsch, die bessere Begründung zu haben.
Wir hatten bei der Namenssuche einen Zettel am Kühlschrank. Klingt unromantisch, war aber gut. Jeder durfte Namen draufschreiben und auch wieder streichen, aber nur die eigenen. Die Namen des anderen wurden nicht kommentiert, bevor wir abends zusammen draufgeschaut haben.
@C.A.M., dein Autokauf-Vergleich passt. Ich wollte auch Kriterien basteln. Passt zum Nachnamen, kann man rufen, klingt nicht komisch mit 40. Meine Frau saß daneben und sagte bei einem Namen nur: „Nee.“ Erst fand ich das unfair, später normal.
Ein Tipp noch: Namen einmal laut über den Spielplatz rufen. Wenn man sich dabei komplett albern fühlt, weiß man auch was ;)