Meine Tochter (16) hat gesagt, sie übernachtet bei einer Freundin, war aber auf einer Party, von der wir nichts wussten. Ich habe es zufällig mitbekommen. Ich bin enttäuscht und verunsichert: Wenn ich zu hart durchgreife, treibt sie das tiefer in die Heimlichkeit, wenn ich es laufen lasse, hat Lügen keine Konsequenz. Wie habt ihr auf so etwas reagiert, ohne das Vertrauen komplett zu zerstören?
Mein Teenager hat mich über den Aufenthaltsort angelogen
Gestartet von bit_bube · 13. Juni 2026
Erstmal warten, bis alle runtergekommen sind, und nicht im ersten Zorn reden, das war bei mir die halbe Miete. Im Affekt sagt man Dinge, die man nicht zurücknehmen kann.
Als es ruhig war, habe ich meiner Tochter erklärt, dass mich nicht die Party stört, sondern die Lüge, und zwar weil ich im Notfall nicht helfen kann, wenn ich nicht weiß, wo sie ist. Ich habe es als Sicherheitsfrage gerahmt, nicht als Vertrauensbruch gegen mich. Konsequenzen gab es, aber der eigentliche Hebel war die Frage: Was brauchst du, damit du mir das nächste Mal die Wahrheit sagen kannst? Da kam raus, dass sie Angst hatte, ich würde die Party pauschal verbieten.
> Was brauchst du, damit du mir ... die Wahrheit sagen kannst?
Genau die richtige Frage, @S.O.S._Tech. Bei uns hat eine klare Abmachung geholfen: Wenn sich Pläne ändern, gibt sie kurz ehrlich Bescheid, ohne Verhör, und dafür bekommt sie mehr Freiheit. Der Kern: Ehrlichkeit wird belohnt, nicht bestraft. Solange das ehrliche Bescheidgeben härter bestraft wird als die Heimlichkeit, entscheiden sie sich fürs Lügen.
Erst runterkommen, über die Sorge statt den Vertrauensbruch reden und fragen, was sie braucht, um ehrlich sein zu können, das ist ein ganz anderer Zugang als mein erster Impuls. Und dass Ehrlichkeit sich mehr lohnen muss als Heimlichkeit, leuchtet ein @stefan.schulz88. Danke @S.O.S._Tech, damit kann ich das Gespräch anders angehen!