Meine Frau kritisiert immer wieder, wie ich mit unserem Sohn umgehe, mal sei ich zu lasch, mal zu ungeduldig. Ich weiß, dass oft was dran ist, aber ich werde sofort defensiv, fühle mich als Vater infrage gestellt und dann streiten wir, manchmal vor dem Kind. Ich will damit konstruktiver umgehen, statt jedes Mal in die Verteidigung zu gehen. Wie macht ihr das?
Kritik der Partnerin an meiner Vater-Rolle - wie reagiere ich konstruktiv?
Gestartet von schreibfauuul · 8. Juni 2026
Das ist ein schwieriges Feld, weil da schnell das Gefühl, nicht gut genug zu sein, mit reinspielt. Was mir hilft, ist, im ersten Moment nicht zu rechtfertigen, sondern nachzufragen: 'Was genau stört dich, und wie würdest du es machen?' Oft geht es bei der Kritik gar nicht um den Moment, sondern dahinter steckt Erschöpfung oder Stress.
Und ehrlich: Manchmal hat sie recht, und dann versuche ich, das zuzugeben, statt aus Prinzip zu verteidigen. Gleichzeitig darf ich sagen, dass ich manche Dinge anders mache als sie, und dass 'anders' nicht automatisch 'falsch' heißt. Kinder profitieren sogar von zwei unterschiedlichen Zugängen.
> 'anders' nicht automatisch 'falsch' heißt
Wichtiger Satz, @christian1980. Ein Punkt, der bei uns essenziell war: solche Diskussionen niemals vor den Kindern führen. Wenn ihr euch vor dem Kind über Erziehung streitet, verunsichert das massiv und untergräbt eure Autorität gegenseitig. Bei uns gilt: im Moment an einem Strang ziehen, die Manöverkritik gibt es später unter vier Augen.
Nachfragen statt sofort rechtfertigen und anerkennen, dass 'anders' nicht 'falsch' heißt, aber auch zugeben, wenn sie recht hat, das ist eine gesunde Mischung, die mir gefehlt hat, danke @christian1980. Und Kritik nicht vor dem Kind, sondern später unter vier Augen, ist eine klare Regel, die wir brauchen @J.D.84. Das nimmt Spannung raus!