Meine Tochter ist in der zweiten Klasse und jeden Nachmittag läuft das gleiche Drama: Ich sitze daneben, sie trödelt, ich werde ungeduldig, sie blockiert und fängt an zu weinen, ich fühle mich mies. Am Ende dauert eine halbe Stunde Aufgaben zwei Stunden und wir sind beide fertig. Ich merke, dass ich Teil des Problems bin, komme aber nicht raus aus der Spirale. Wie habt ihr das durchbrochen?
Hausaufgaben werden zum täglichen Machtkampf - Tipps?
Gestartet von baustellenchef · 15. Juni 2026
Diese Spirale kenne ich bis ins Detail, wir steckten da genauso drin, inklusive der Tränen und meines schlechten Gewissens danach.
Zwei Dinge haben bei uns den Wandel gebracht. Erstens eine feste Zeit mit einer echten Pause davor: Direkt nach der Schule ging bei uns gar nichts, erst ankommen, essen, toben, danach erst Aufgaben, in einem ruhigen Bereich ohne Ablenkung.
Zweitens, und das war für mich das Schwierigste: Ich habe aufgehört, kontrollierend danebenzusitzen und jeden Fehler zu kommentieren. Ich bin jetzt in der Nähe und ansprechbar, mache aber meine eigene Sache. Dadurch ist der Machtkampf weg. Wenn sie was vergisst, ist das eine Rückmeldung von der Lehrerin, nicht von mir.
> eine feste Zeit mit einer echten Pause davor
Genau das, @Zylinderkopf_Tom. Kleine Portionen mit Pausen dazwischen haben bei uns enorm geholfen, gerade bei den Zappelphasen. Und ich versuche bewusst, zuerst zu loben, was schon klappt, bevor ich auf einen Fehler schaue. Der Ton am Anfang entscheidet oft über die ganze Sitzung.
Nicht danebensitzen fällt mir ehrlich schwer, weil ich Angst habe, dass dann gar nichts passiert, aber ich sehe ein, dass mein Kontrollieren genau das Problem befeuert. Die Pause vor den Aufgaben und die kleinen Häppchen bauen wir sofort ein. Danke @Zylinderkopf_Tom und @H_P_M, ich probiere das mit dem Loslassen jetzt wirklich!