Ich brauche mal euren Blick von außen. Unser Sohn ist in der 3. Klasse und Hausaufgaben sind seit Wochen ein täglicher Kampf. Direkt nach der Schule ist er müde und motzig, später wird es zeitlich eng mit Abendessen und Sport. Ich komme oft erst gegen 17 Uhr aus dem Büro und dann kippt die Stimmung schnell. Ich will nicht jeden Tag der Antreiber sein, aber wenn ich es laufen lasse, passiert nichts. Wie organisiert ihr Hausaufgaben, ohne dass der ganze Nachmittag vergiftet ist?
Hausaufgaben eskalieren jeden Nachmittag - wie kommt Ruhe rein?
Gestartet von kaffeetrinker · 7. Juli 2026
@kaffeetrinker, bei uns war der größte Fehler, Hausaufgaben direkt nach dem Heimkommen zu erwarten. Unser Sohn brauchte erst Essen, 30 Minuten Runterkommen und Bewegung. Danach ging es deutlich besser. Wir haben eine feste Startzeit eingeführt, aber nicht als Drohung, sondern als Routine: 15:30 Uhr Wasser auf den Tisch, Timer auf 20 Minuten, erst das Leichte. Nach 20 Minuten kurze Pause, dann weiter. Wichtig war auch, nicht daneben zu sitzen wie ein Kontrolleur. Ich bin in der Nähe, räume Küche oder sortiere Papierkram, und er kann fragen. Wenn ich direkt über dem Heft hing, wurde er sofort bockig. Vielleicht hilft euch ein klarer Ablauf mehr als tägliches Neuverhandeln.
> Ich will nicht jeden Tag der Antreiber sein Das kenne ich sehr gut, @kaffeetrinker. Wir haben irgendwann mit der Lehrerin gesprochen, weil unser Sohn für Aufgaben, die offiziell 20 Minuten dauern sollten, regelmäßig eine Stunde saß. Es stellte sich raus, dass er aus Angst vor Fehlern ewig radierte. Seitdem gilt bei uns: ordentlich versuchen, aber nicht perfekt. Ich schreibe notfalls drunter, dass nach 35 Minuten Schluss war. Das hat den Druck rausgenommen. Vielleicht lohnt sich also auch der Blick, warum er nicht anfängt: Müdigkeit, Überforderung, Perfektionismus oder einfach keine Struktur. Und ganz praktisch: Handy und Tablet außer Sicht, sonst ist die Aufmerksamkeit sofort weg.