Geburtsvorbereitungskurs - lohnt sich das für Männer?

Gestartet von F_K_76 · 21. Juni 2026

F_K_76Eröffnung
Meine Partnerin möchte, dass ich zum Geburtsvorbereitungskurs mitkomme. Ich bin ehrlich gesagt unsicher, ob ich da als Mann überhaupt richtig aufgehoben bin oder nur als Zuschauer danebensitze, während es eigentlich um sie geht. Habt ihr das gemacht, und hat es euch konkret etwas gebracht oder war es eher was für die Frauen?
christian1980
Geh mit, wenn du irgendwie kannst, ich war anfangs auch skeptisch und dachte, das sei reine Frauensache. Was es mir gebracht hat, war vor allem Verständnis: Ich habe zum ersten Mal begriffen, was während der Geburt körperlich passiert, welche Phasen es gibt und warum eine Eröffnungswehe etwas anderes ist als eine Presswehe. Klingt trocken, aber im Kreißsaal wusste ich dadurch ungefähr, wo wir stehen, und musste nicht in Panik geraten, weil ich dachte, jetzt geht gleich alles los, obwohl noch Stunden vor uns lagen. Ganz praktisch habe ich außerdem Handgriffe gelernt, mit denen ich den Druck im Rücken lindern konnte. Aber das Wichtigste war das Gefühl, nicht mehr komplett ahnungslos danebenzustehen.
loot_lars
Frag mal gezielt nach, ob es einen extra Papa- oder Partnerabend gibt. Bei uns gab es einen, und der war Gold wert, weil da offen über die Ängste der Männer geredet wurde, ohne dass man sich als Depp gefühlt hat. Da saßen acht werdende Väter, denen es allen ähnlich ging, und allein das war beruhigend :)
F_K_76
> ob es einen extra Papa- oder Partnerabend gibt Ein Papa-Abend klingt genau nach dem, was ich brauche, @loot_lars, das frag ich direkt bei der Hebamme an. Und @christian1980, dass man wenigstens grob weiß, was passiert, statt ahnungslos rumzustehen, ist genau meine Sorge gewesen. Danke fürs Mutmachen, ich geh das jetzt offener an!
Lötkolben_Joe
@F_K_76, frag unbedingt nach dem Partnerabend. Bei uns war der normale Kurs schon hilfreich, aber der Abend nur für Partner war nochmal anders. Da hat keiner den starken Macker gespielt, weil nach zehn Minuten klar war: Alle haben Respekt davor, im Kreißsaal hilflos daneben zu stehen. Was ich aus dem Kurs mitgenommen habe, war weniger Technik als Haltung. Ich musste nicht der Geburtsmanager sein, sondern Ruhe reinbringen, zuhören, übersetzen, nachfragen, wenn meine Frau keine Kraft hatte. > wenigstens grob weiß, was passiert Genau das nimmt Panik raus. Wenn du Phasen und Begriffe schon mal gehört hast, fühlt sich nicht alles wie Alarm an.
Lötkolben_Joe
Ich war damals auch skeptisch und dachte, ich sitze da nur dekorativ daneben. Im Nachhinein war der Kurs für mich fast wichtiger als für meine Frau, weil ich endlich ein Bild davon bekam, was auf uns zukommt. @christian1980 hat recht: Allein zu wissen, was Eröffnungsphase, Wehenpausen und Geburtspositionen ungefähr bedeuten, verhindert dieses panische Rumstehen. Bei uns gab es keinen extra Papa-Abend, aber die Hebamme hat uns Männer direkt angesprochen: Was macht ihr, wenn ihr hilflos seid? Diese Frage hat gesessen. Meine Antwort heute: da bleiben, ruhig bleiben, nicht alles lösen wollen.
eckensteherMS_79
@F_K_76, ich war vor unserem Kurs eher in der Fraktion: Wird schon irgendwie. Rückblickend war genau das mein Denkfehler. Nicht weil man danach Geburtsexperte ist, sondern weil man die Begriffe und Abläufe nicht zum ersten Mal im Kreißsaal hört. Bei uns wurde auch geübt, wie man als Partner unterstützen kann, ohne ständig die Hebamme zu ersetzen. Allein zu wissen, wann eher Ruhe angesagt ist und wann Nachfragen sinnvoll sind, hat mir Sicherheit gegeben. Der Partnerabend war übrigens entspannter als gedacht. Da saßen lauter Männer, die alle ähnlich unsicher waren. Das war ziemlich entlastend.
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