Freundschaften unter Vätern - gehen euch die auch verloren?

Gestartet von kabelwust · 23. Juni 2026

kabelwustEröffnung
Seit ich Vater und noch dazu getrennt bin, ist mein alter Freundeskreis ganz schön geschrumpft. Für spontane Treffen fehlt die Zeit und oft die Energie, und viele alte Kumpels haben keine Kinder und leben in einer anderen Welt. Ich merke, dass mir echter Austausch mit Menschen in ähnlicher Situation fehlt. Wie haltet ihr alte Freundschaften am Leben, und wie findet man als erwachsener Mann neue Freunde, ohne dass es komisch wirkt?
netzwerkheini
Das kenne ich sehr gut, dieser schleichende Schwund ist echt ein Thema, über das kaum jemand redet. Bei mir sind die meisten neuen Kontakte über die Kinder entstanden, auf dem Spielplatz, im Sportverein, bei Festen. Anfangs war es mir unangenehm, andere Väter anzusprechen, ich kam mir vor wie beim Anbaggern :D aber die meisten sind genauso froh über den Kontakt und trauen sich nur selbst nicht. Aus einem Spielplatzkontakt ist bei mir eine der besten Freundschaften der letzten Jahre geworden. Trau dich einfach.
rasenmähermann
Was bei mir gut funktioniert: Ich mache Treffen inzwischen kinderkompatibel, statt das alte kinderfreie Leben nachzustellen und dann ständig abzusagen. Also gemeinsamer Ausflug, Zoo, Waldspielplatz, statt Kneipenabend um zehn. So fällt der Zeitdruck weg und man kann als Väter nebenher in Ruhe quatschen. Nicht dasselbe wie früher, aber für die aktuelle Phase viel realistischer.
kabelwust
> die meisten sind genauso froh über den Kontakt und trauen sich nur selbst nicht Der Gedanke macht es leichter, @netzwerkheini, danke. Kinderkompatible Treffen probiere ich auch, @rasenmähermann. Und hier im Forum fühle ich mich schon jetzt weniger allein damit :)
thomas_b1982
@kabelwust, ich finde den Punkt wichtig, das alte kinderfreie Freundschaftsmodell nicht krampfhaft nachzubauen. Genau daran bin ich lange gescheitert. Früher: spontan Freitagabend, lange sitzen, irgendwann heim. Heute: Wenn ich das plane, bin ich drei Tage vorher schon müde davon. Bei mir haben sich Freundschaften nicht komplett verloren, aber sie haben die Form gewechselt. Ein Kumpel und ich treffen uns jetzt alle paar Wochen samstags mit Kindern im Wald. Die rennen, wir laufen hinterher und reden in Bruchstücken. Nicht tiefphilosophisch wie früher um Mitternacht, aber es hält Verbindung. @rasenmähermann, kinderkompatibel ist wirklich das Zauberwort. Und manchmal hilft eine sehr niedrige Schwelle: „Ich bin Sonntag 10 Uhr auf dem Spielplatz, kommst du mit?“ Kein großes Event, kein Gastgeberstress. Wer kommt, kommt. Das nimmt Druck raus und macht Kontakt wieder machbar.
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