Im Sommer wird unser Sohn eingeschult und er ist eine wilde Mischung aus riesiger Vorfreude und heimlichem Bauchweh, das nachts rauskommt: 'Was, wenn ich niemanden kenne?' oder 'Was, wenn ich den Stoff nicht verstehe?'. Ehrlich gesagt bin ich selbst auch aufgeregt. Wie habt ihr eurem Kind den Start in die Schule leichter gemacht, ohne die Sache zu überhöhen?
Einschulung steht an - wie nehme ich meinem Kind die Aufregung?
Gestartet von dirk_b · 25. Juni 2026
Wir sind vorher mehrmals ganz entspannt den Schulweg gemeinsam abgelaufen und haben unterwegs Kleinigkeiten zum Ritual gemacht, an einer bestimmten Mauer balancieren usw. Das hat viel Sicherheit gegeben, weil das anfangs Fremde dann schon vertraut war.
Wichtig war uns außerdem, worüber wir gesprochen haben: Wir haben betont, wie stolz wir sind und wie spannend das Neue wird, und haben Leistung und Noten komplett rausgehalten. In dem Alter geht es ums Ankommen, nicht um Ergebnisse.
Ein bekanntes Gesicht am ersten Tag ist Gold wert, das war bei uns der größte Hebel.
Wir haben vorher gezielt den Kontakt zu ein, zwei künftigen Klassenkameraden aufgefrischt. Am ersten Schultag war unser Sohn dann viel entspannter, weil er wusste, dass da ein vertrautes Kind ist. Falls ihr wisst, wer in die Klasse kommt, würde ich das unbedingt machen.
Und zu deiner eigenen Aufregung: völlig normal, mach dir da keinen Kopf ;) Wichtig ist nur, dass du sie nicht auf ihn überträgst.
> ein, zwei künftige Klassenkameraden ... aufgefrischt
Das machen wir auf jeden Fall, @Drehmoment_Mattes, und den Schulweg üben wir auch spielerisch, super Idee @andreas_ohv. Der Hinweis, meine eigene Aufregung nicht auf ihn abzuladen, ist goldrichtig, das hätte ich sonst wahrscheinlich unbewusst getan. Danke euch!
Wir üben gerade den Schulweg spielerisch – einmal mit Ranzen aus dem Urlaub gefüllt mit Büchern, das fand unsere Tochter super. Und abends reden wir kurz drüber, was sie sich freut und was sie komisch findet. Kein 'alles wird toll'-Druck, eher ehrlich: manches ist aufregend, manches ist neu, und das ist okay.
@dirk_b, das mit dem Ranzen aus dem Urlaub gefüllt finde ich klasse, weil es den Schulweg spielerisch macht und nicht wie Training wirkt. Ich würde noch ergänzen: einmal den Schulhof anschauen, wenn nichts los ist. Wir sind damals an einem Samstag hin, haben geguckt, wo der Eingang ist, wo die Toiletten ungefähr sind und wo die Eltern am ersten Tag stehen. Unser Sohn hatte danach sichtbar weniger Fragezeichen im Kopf. Und ja, nicht alles schönreden. Ich habe gesagt: Du wirst bestimmt aufgeregt sein, und das sind die anderen Kinder auch. Das war ehrlicher als 'wird alles super'.
Was bei uns noch geholfen hat: den ersten Schultag einmal als Geschichte durchspielen. Nicht dramatisch, eher so: Wir stehen auf, frühstücken, ziehen los, treffen Oma vor der Schule, dann gehst du mit deiner Klasse rein. Unser Sohn wollte das mehrfach hören, fast wie ein Hörspiel. @Drehmoment_Mattes hat mit dem bekannten Gesicht völlig recht, aber auch ein bekannter Ablauf kann beruhigen. Ich würde nur aufpassen, nicht zu viele Details fest zu versprechen. Wenn dann doch etwas anders läuft, kippt es sonst. Also lieber sagen: ungefähr so könnte es sein, und wenn etwas anders ist, schaffen wir das.
@dirk_b, das spielerische Üben mit dem Ranzen finde ich sehr passend. Ich würde nur aufpassen, dass es nicht zu oft wird und sich am Ende wie Prüfung anfühlt. Bei unserem Sohn hat es gut funktioniert, den Schulweg zwei-, dreimal bewusst zu gehen und dann auch mal einfach zu sagen: „Den kennst du jetzt schon richtig gut.“ Das gab ihm Stolz.
@jens_k77, diese Geschichte vom ersten Schultag haben wir auch gemacht. Besonders geholfen hat, kleine Unsicherheiten einzubauen: „Vielleicht ist es laut, vielleicht weißt du kurz nicht, wo du hinmusst, und dann fragst du die Lehrerin.“ Nicht alles glattbügeln, sondern zeigen, dass man mit komischen Momenten umgehen kann.
Und ruhig ein paar praktische Dinge üben: Brotdose öffnen, Jacke alleine an den Haken, Schere im Mäppchen finden. Das nimmt oft mehr Angst als große Reden.
@netzwerkheini, Schulhof am Samstag anschauen war bei uns auch ein guter Schritt. Unsere Tochter hatte vor allem Angst vor dem „Wo muss ich hin?“. Als sie den Eingang, die Toiletten und den Platz zum Aufstellen einmal gesehen hatte, wurde es greifbarer.
Wir haben zusätzlich den Morgen geprobt, aber nicht als Generalprobe mit Druck. Eher: Wecker klingelt, anziehen, Frühstück, Ranzen nehmen. Dabei fiel uns auf, dass die Schuhe morgens immer Streitpunkt waren. Also haben wir die schon abends hingestellt. Kleine Sache, große Wirkung.
@jens_k77, die Geschichte vom ersten Schultag finde ich toll. Ich würde aber auch einbauen, dass Mama oder Papa danach wiederkommt. Unser Kind fragte mehrfach: „Und dann holt ihr mich wirklich?“ Für uns selbstverständlich, für sie offenbar nicht. Seit wir das ruhig wiederholt haben, wurde sie deutlich entspannter.