Hallo in die Runde, ich hoffe, ihr nehmt mir als Mama meine Frage nicht übel. Wir haben ein zweijähriges Kind, beide arbeiten, und bei uns hängt der ganze 'unsichtbare' Kram immer an mir: Termine merken, Kleidung in der nächsten Größe nachkaufen, an die U-Untersuchung denken. Mein Mann macht viel, aber immer erst, wenn ich es sage. Ich würde gern eure Sicht hören: Wie kann man das fairer aufteilen, ohne dass ich zur Managerin werde, die alles verteilt?
An die Väter: Wie teilt ihr den unsichtbaren Alltagskram fair auf?
Gestartet von katha_ffm · 1. Juli 2026
Berechtigte Frage, und ehrlich gesagt ertappe ich mich da selbst. Bei uns hat sich etwas verändert, als wir Aufgaben nicht mehr nach 'wer macht gerade was', sondern nach ganzen Zuständigkeiten aufgeteilt haben. Also nicht 'sag mir, was zu tun ist', sondern 'die komplette Kita-Organisation ist mein Bereich, von A bis Z'. Dann muss deine Frau nicht mehr dran denken und delegieren, weil das Mitdenken beim jeweils Zuständigen liegt. Genau dieses ständige Mitdenken-Müssen ist ja die eigentliche Last.
> Genau dieses ständige Mitdenken-Müssen ist ja die eigentliche Last
Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, @altbau_gerd. Der Knackpunkt ist das Mitdenken, nicht das Ausführen. Bei uns hilft ein gemeinsamer Familienkalender, in dem wirklich alles steht und den beide pflegen, nicht nur einer trägt ein und der andere schaut nach. Klingt bürokratisch, hat aber den Kopf meiner Frau spürbar entlastet, weil sie nicht mehr das wandelnde Gedächtnis der ganzen Familie sein musste.
Als Mutter, die genau da auch durch ist: Was bei uns geholfen hat, war, dass ich wirklich ganze Bereiche abgegeben und dann die Klappe gehalten habe, auch wenn mein Mann es anders macht als ich. Am Anfang wollte ich kontrollieren, ob er auch an alles denkt, und damit lag das Mitdenken ja doch wieder bei mir. Erst als ich ausgehalten habe, dass es auch mal nicht perfekt läuft, hat er die Verantwortung wirklich übernommen. Schwer, aber es lohnt sich.
Danke, das hilft mir sehr. Ganze Zuständigkeiten statt Einzelaufgaben und dann wirklich loslassen und nicht kontrollieren, das ist vermutlich genau der Punkt, an dem ich mir selbst im Weg stehe. Und @sandra_b, dein ehrliches 'ich musste erst aushalten, dass es nicht perfekt läuft' erkenne ich bei mir sofort wieder ;) Ich setze mich mit meinem Mann hin und wir teilen ganze Bereiche auf, statt dass ich weiter alles verteile.
> Ganze Zuständigkeiten statt Einzelaufgaben
@altbau_gerd meldet sich nochmal, weil wir das inzwischen umgesetzt haben: Ich habe die komplette Kita-Kommunikation übernommen, meine Frau den Arzt-/Impfkalender. Erste Woche war holprig, weil ich einen Elternbrief verpasst habe :/ aber genau deshalb merkt man, wie viel Kopfarbeit da steckt. Seit Woche zwei läuft es und sie wirkt spürbar entspannter. Der Punkt mit dem Loslassen ist echt der schwerere Teil.