Getränke Babys: Was Babys und Kleinkinder trinken sollten

Von Michael Schöttler · 9. Juli 2019 · Aktualisiert 6. Juli 2026

Themenschwerpunkt: Baby

Kleinkind hält eine Trinkflasche am Küchentisch, ein Erwachsener stellt ein Glas Wasser daneben.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den ersten Monaten reichen Muttermilch oder korrekt zubereitete Säuglingsnahrung normalerweise als Flüssigkeit aus.
  • Ab Beikoststart dürfen Babys kleine Mengen stilles Wasser trinken – erst zum Üben, später als Durstlöscher.
  • Für Kleinkinder ist Wasser das beste Alltagsgetränk; Saft, Limo und gesüßte Tees sollten Ausnahmen bleiben.
  • Leitungswasser ist meist geeignet, aber alte Hausleitungen oder stehendes Wasser können ein Grund für einen Test sein.
  • Trinken lernen klappt am besten mit Routine, Vorbild und Gelassenheit statt Druck.

Bei Babyfragen habe ich als Papa von drei Söhnen gelernt: Oft ist die einfache Lösung die beste. Gerade beim Thema Baby und Getränke für Babys fragen sich viele Eltern, ob Wasser, Tee oder Milch wirklich nötig sind.

Ich nehme dich hier einmal mit durch den Alltag: ab wann Babys trinken sollten, was in den Becher gehört, was lieber nicht – und worauf ich bei Leitungswasser, Beikost und Kleinkindern achte.

Welche Getränke brauchen Babys wirklich?

Wenn ich ganz ehrlich bin: Beim ersten Kind habe ich mir um das Trinken viel mehr Gedanken gemacht als nötig. Ich dachte, ein Baby müsse doch zusätzlich Wasser bekommen, gerade im Sommer. Tatsächlich gilt aber: In den ersten Monaten sind Muttermilch oder korrekt zubereitete Säuglingsnahrung gleichzeitig Essen und Trinken.

Für die Frage nach Getränken für Babys ist die wichtigste Grundregel deshalb ziemlich simpel: Voll gestillte Babys brauchen normalerweise kein zusätzliches Wasser, keinen Tee und schon gar keinen Saft. Auch Pre-Nahrung oder Anfangsnahrung liefert genug Flüssigkeit, solange sie nach Packungsangabe zubereitet wird und das Baby gut gedeiht.

Zusätzliches Trinken wird erst interessant, wenn die Beikost startet. Also dann, wenn Brei, Fingerfood oder Familienkost langsam einen Teil der Milchmahlzeiten ersetzt. Anfangs sind das nur kleine Schlucke zum Üben, später wird Wasser ein normaler Begleiter zu den Mahlzeiten.

Ab wann sollten Babys Wasser oder Tee trinken?

Ich habe bei meinen Söhnen ab dem Beikoststart kleine Mengen Wasser angeboten. Nicht, weil sie sofort viel trinken mussten, sondern weil sie lernen sollten: Zum Essen gehört ein Becher Wasser dazu. Am Anfang landete mehr auf dem Lätzchen als im Mund, aber genau das ist normal.

Ungesüßter Tee kann gelegentlich eine Alternative sein, ist aber kein Muss. Ich würde ihn nicht als Dauergetränk einsetzen und erst recht nicht süßen. Kräuter- oder Fencheltee sollte man nicht wie Wasser literweise geben, sondern bewusst und maßvoll, besonders bei Babys.

Wichtig ist auch: Wasser ersetzt im ersten Lebensjahr nicht einfach die Milch. Muttermilch oder Säuglingsnahrung bleibt die Hauptquelle für Energie und Nährstoffe. Wasser ist beim Beikoststart eher Lerngetränk und Durstlöscher in kleinen Mengen.


Wie viel sollten Babys und Kleinkinder trinken?

Bei Babys im ersten Lebensjahr schaue ich weniger auf Milliliter im Becher und mehr auf das Gesamtbild: Wirkt mein Kind wach? Hat es regelmäßig nasse Windeln? Isst und trinkt es wie gewohnt? Bei Unsicherheit, Fieber, Durchfall oder Erbrechen ist der Kinderarzt immer die bessere Quelle als irgendeine Tabelle.

Für Kleinkinder gibt es Richtwerte, die helfen, den Alltag einzuordnen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Kinder ab einem Jahr Orientierungswerte für Getränke. Diese Werte sind keine starre Pflichtmenge, denn Hitze, Bewegung, Krankheit und salziges Essen verändern den Bedarf.

  • 800 mlRichtwert für Getränke pro Tag von 1 bis unter 4 Jahren
  • 950 mlRichtwert für Getränke pro Tag von 4 bis unter 7 Jahren
  • 1,5 l+Richtwert für Getränke pro Tag von 15 bis unter 19 Jahren

Ich finde solche Zahlen vor allem für Eltern beruhigend, die Angst haben, ihr Kind trinke zu wenig. Entscheidend ist aber der Alltag: Ein Kind, das morgens wenig trinkt, holt vielleicht nach dem Toben auf. Ein anderes braucht ständig kleine Schlucke. Beides kann völlig normal sein.

Welche Getränke sind für Babys und Kleinkinder wirklich geeignet?

Erwachsener gießt Wasser in einen Kinderbecher, während ein Baby im Hochstuhl zusieht.
Wasser ist für Babys ab Beikoststart und Kleinkinder das wichtigste Getränk im Alltag.

Die beste Wahl bleibt stilles Wasser. Leitungswasser ist in Deutschland grundsätzlich streng kontrolliert, aber die Leitungen im eigenen Haus können trotzdem eine Rolle spielen. Gerade in alten Gebäuden, bei alten Armaturen oder lange stehendem Wasser bin ich vorsichtiger.

Stilles Mineralwasser kann ebenfalls geeignet sein, wenn es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ausgewiesen ist. Bei normalem Mineralwasser lohnt ein Blick auf Natrium und andere Mineralstoffe, denn Babynieren sind noch nicht so belastbar wie die von Erwachsenen.

Ungesüßter Tee ist okay, aber Wasser sollte das Standardgetränk bleiben. Saftschorlen, Softdrinks, Eistee, gesüßte Instanttees und Kindergetränke mit bunten Figuren sind aus meiner Sicht Alltagsfallen: Sie gewöhnen Kinder früh an süßen Geschmack und greifen die Zähne an.

Milch ist für mich kein Durstlöscher, sondern ein Lebensmittel. Im ersten Lebensjahr gehört Kuhmilch nur begrenzt und passend zur Beikost dazu, zum Beispiel im Milch-Getreide-Brei. Als Getränk würde ich Kuhmilch erst später und maßvoll sehen, nicht als Wasserersatz.

Wie führe ich Getränke für Babys Schritt für Schritt ein?

Ich bin ein großer Fan von einfachen Routinen. Wenn das Baby mit Beikost beginnt, stelle ich zu jeder Mahlzeit einen kleinen Becher Wasser dazu. Ich biete ihn an, lasse probieren und nehme ihn wieder weg, wenn mein Kind nicht möchte. Kein Theater, kein Überreden.

So würde ich es Schritt für Schritt machen:

  • Start mit Beikost: Ein paar Schlucke stilles Wasser zur Mahlzeit anbieten.
  • Kleiner Becher: Lieber wenig einfüllen, damit Verschütten nicht dramatisch ist.
  • Vorleben: Selbst Wasser trinken. Kinder kopieren uns gnadenlos.
  • Regelmäßig anbieten: Nach dem Schlafen, zum Essen, nach dem Spielen.
  • Keine Süß-Strategie: Nicht mit Saft locken, nur damit mehr getrunken wird.

Bei uns war der offene Becher erstaunlich schnell interessant, weil die Jungs natürlich machen wollten, was Papa und Mama machen. Trinklernbecher können unterwegs praktisch sein, aber zu Hause habe ich bewusst auch normale kleine Becher genutzt. Ja, das kostet Küchenrolle. Aber es trainiert Motorik und Selbstständigkeit.

Wann klappt das Trinken aus dem Becher?

Viele Babys können ungefähr gegen Ende des ersten Lebensjahres immer besser mit einem Becher umgehen, manche früher, manche später. Ich würde ab etwa acht Monaten spielerisch üben, ohne daraus einen Entwicklungstest zu machen. Wichtig ist: Nicht schimpfen, wenn es daneben geht. Das ist kein Fehlverhalten, sondern Lernen.


Was muss ich bei Leitungswasser, Fläschchen und Hygiene beachten?

Leitungswasser ist im Familienalltag unschlagbar praktisch. Trotzdem lasse ich morgens oder nach längerer Standzeit das Wasser kurz laufen, bis es kühl aus der Leitung kommt. Für Babynahrung nehme ich kein warmes Wasser aus dem Hahn, weil es länger in Leitungen und Boiler gestanden haben kann.

Wenn du Fläschchen zubereitest, halte dich an die Angaben auf der Packung der Säuglingsnahrung. Pulver sollte nicht nach Gefühl dosiert werden, weil zu viel oder zu wenig Pulver das Baby belasten kann. Auch Wasser sollte sauber, frisch und passend temperiert sein.

Bei alten Häusern, unbekannten Leitungen oder auffälligem Geschmack kann ein Trinkwassertest sinnvoll sein. Im Rohtext des alten Artikels hatten wir einen Fall mit erhöhtem Kupferwert. Genau solche Dinge merkt man dem Wasser nicht immer an, sie können für Babys aber relevanter sein als für Erwachsene.

Welche Fehler passieren Eltern bei Getränken für Babys am häufigsten?

Vater gießt Wasser in Kinderbecher; Baby und Kleinkind sitzen am Küchentisch mit weiteren Getränken.
Im Alltag passieren Getränkefehler schnell, wenn neben Wasser auch Saft, Tee oder Milch auf dem Tisch stehen.

Der häufigste Fehler ist gut gemeint: Eltern geben zu früh zusätzlich Wasser, weil sie Angst vor Durst haben. Bei sehr jungen Babys kann zu viel Wasser problematisch sein, weil es die Nährstoffaufnahme verdrängt und den Salzhaushalt durcheinanderbringen kann. Deshalb gilt: Vor Beikost bitte nicht einfach Wasserflaschen anbieten, sondern bei Sorgen Hebamme oder Kinderarzt fragen.

Der zweite Klassiker sind süße Getränke. Ein bisschen Saft im Wasser wirkt harmlos, prägt aber den Geschmack. Ich habe bei meinem ersten Sohn gemerkt: Was einmal als Ausnahme startet, wird schnell eingefordert. Beim zweiten und dritten Kind war ich deutlich klarer: Durst wird mit Wasser gelöscht.

Auch Dauernuckeln ist ein Thema. Wenn ein Kind ständig an Flasche oder Trinklernbecher hängt, vor allem mit Milch, Saft oder gesüßtem Tee, leiden die Zähne. Wasser ist zwar viel unkritischer, trotzdem sollte Trinken nicht nur als Beruhigungsnuckeln dienen.

Wie sieht das im echten Familienalltag aus?

Bei uns steht Wasser immer sichtbar auf dem Tisch. Nicht als pädagogisches Projekt, sondern weil ich selbst sonst zu wenig trinke. Kinder merken sehr schnell, ob Papa Wasser predigt und Cola trinkt. Deshalb ist mein ehrlichster Tipp: Mach es dir selbst leicht, dann wird es fürs Kind normal.

Im Sommer oder nach dem Toben erinnere ich meine Jungs aktiver ans Trinken. Nicht mit Druck, sondern mit Sätzen wie: „Komm, wir machen beide drei Schlucke.“ Das funktioniert besser als „Du musst jetzt trinken“, weil es gemeinsames Handeln ist und nicht Kontrolle.

Unterwegs packe ich lieber eine robuste Flasche Wasser ein, als irgendetwas Süßes zu kaufen. Auf dem Spielplatz, im Auto oder bei Ausflügen ist das Gold wert. Wenn Kinder wissen, dass Wasser der Standard ist, gibt es auch weniger Diskussionen am Kiosk.

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Welche konkreten Tipps machen Trinken entspannter?

Ich würde Getränke für Babys und Kleinkinder nicht komplizierter machen, als sie sind. Wasser anbieten, Süßes vermeiden, Becher üben, auf Hygiene achten: Damit ist schon sehr viel gewonnen. Wenn dein Kind gesund ist und normal isst, musst du nicht jeden Schluck dokumentieren.

Hilfreich ist eine kleine Trinkroutine: morgens nach dem Aufstehen, zu jeder Mahlzeit, nach dem Mittagsschlaf und nach Bewegung. Bei Krankheit, Hitze oder Durchfall schaue ich genauer hin und hole lieber einmal zu früh medizinischen Rat ein als zu spät.

Mein wichtigster Tipp aus drei Kindern: Bleib gelassen, aber konsequent. Ein Baby muss das Trinken erst lernen. Ein Kleinkind testet Grenzen. Und wir Eltern prägen mit unserer eigenen Flasche auf dem Tisch mehr als mit jeder Ansage.

Was ich dir rate

Meine Empfehlung: Mach Wasser zum Standardgetränk, biete es ab Beikoststart entspannt an und vermeide süße Getränke so lange wie möglich.

Häufige Fragen

Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?

In den ersten Monaten brauchen voll gestillte Babys normalerweise kein zusätzliches Wasser. Auch korrekt zubereitete Säuglingsnahrung deckt den Flüssigkeitsbedarf. Wasser wird meist ab dem Beikoststart in kleinen Mengen angeboten.

Welche Getränke für Babys sind am besten?

Stilles Wasser ist die beste Wahl. Ungesüßter Tee kann gelegentlich angeboten werden, sollte aber nicht das Standardgetränk sein. Saft, Limo, gesüßter Tee und spezielle Kindergetränke sind für den Alltag nicht empfehlenswert.

Ist Leitungswasser für Babys geeignet?

Leitungswasser ist in Deutschland grundsätzlich streng kontrolliert. Entscheidend sind aber auch die Hausleitungen. Bei alten Leitungen, auffälligem Geschmack oder Unsicherheit kann ein Trinkwassertest sinnvoll sein.

Wie viel sollte ein Kleinkind trinken?

Als grober Richtwert gelten ab 1 Jahr etwa 800 ml Getränke pro Tag für Kinder von 1 bis unter 4 Jahren. Je nach Hitze, Bewegung, Ernährung oder Krankheit kann der Bedarf höher oder niedriger sein.

Dürfen Babys oder Kleinkinder Saft trinken?

Saft sollte nicht als Alltagsgetränk gegeben werden. Er enthält Zucker und gewöhnt früh an süßen Geschmack. Wenn überhaupt, dann selten und stark verdünnt – Wasser bleibt der beste Durstlöscher.

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Gründer von papa.de. Vater von drei Jungs, Unternehmer und dein Wegbegleiter durch alle Phasen des Vaterseins.

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