Hinweis (EU AI Act): Unsere Bilder sind KI-generierte Symbolbilder. Texte werden redaktionell verantwortet – KI unterstützt nur bei Planung und Rechtschreibung. Mehr erfahren

Studie zu Vätern: Längere Elternzeit kann mit weniger depressiven Symptomen einhergehen

Von Michael Schöttler ·

EU AI Act: Text ist vom Autor · Bilder KI erstellt

papa.de bei Google bevorzugen (öffnet in neuem Tab)
Vater und Mutter sitzen lachend mit zwei Babys auf einem Teppich im Wohnzimmer. (mit KI erstellt)

Das Wichtigste in Kürze

  • watson.de berichtet über eine schwedische Studie mit 746 Vätern.
  • Seltener depressive Symptome zeigten sich besonders bei 14 bis 40 Wochen Elternzeit.
  • Bei fünf bis 13 Wochen und bei mehr als 40 Wochen zeigte sich kein vergleichbarer Effekt.
  • Die Studie beweist nicht, dass Elternzeit Depressionen verhindert.

Als Vater von drei Söhnen weiß ich: Elternzeit ist nicht nur ein Kalenderproblem im Job. Es geht auch darum, wie sicher wir uns als Papas fühlen und wie nah wir unserem Kind kommen. Genau dazu berichtet watson.de am 21. August 2026 über eine schwedische Studie.

Für werdende Väter ist das ein guter Anlass, die eigene Elternzeit nicht nur als Pflichttermin zu sehen, sondern als echte Familienzeit.

Personalisierte Empfehlungen für deine Lebensphase – Kostenlos registrieren ›

Was hat die Studie bei Vätern gefunden?

Laut watson.de kommt eine schwedische Studie zu dem Ergebnis, dass Väter mit mehreren Monaten Elternzeit seltener depressive Symptome zeigten. Konkret ging es um 746 Väter, die Forschende rund eineinhalb Jahre begleiteten.

Zu Beginn waren die Kinder etwa neun Monate alt. Die Männer beantworteten Fragen zu ihrer psychischen Gesundheit. Ein zweites Mal wurden sie befragt, als die Kinder ungefähr 27 Monate alt waren. Dann gaben sie auch an, wie lange sie insgesamt in Elternzeit waren.

Besonders auffällig war laut watson.de die Gruppe der Väter, die zwischen 14 und 40 Wochen zu Hause geblieben waren. Bei ihnen traten seltener Anzeichen einer Depression auf als bei Männern, die höchstens vier Wochen Elternzeit genommen hatten.

Für wen ist das ab wann relevant?

Relevant ist der Bericht vom 21. August 2026 vor allem für werdende Papas und junge Väter, die ihre Elternzeit gerade planen. Es geht aber nicht um eine neue deutsche Regel, sondern um Daten aus Schweden.

watson.de schreibt, dass ein kürzerer Zeitraum von fünf bis 13 Wochen keinen vergleichbaren Bezug zeigte. Auch bei Vätern mit mehr als 40 Wochen Elternzeit ließ sich kein entsprechend niedrigeres Depressionsrisiko feststellen.

Michael Wells vom schwedischen Karolinska-Institut sieht laut ORF vor allem eine bestimmte Dauer als wichtig an: mehr als 90 Tage, also knapp 13 Wochen, aber nicht mehr als 60 Prozent der Gesamtdauer der schwedischen Elternzeit. In Schweden gibt es laut watson.de pro Kind 480 Tage bezahlte Elternzeit. Jeder Elternteil hat dort 90 nicht übertragbare Tage.

Beweist die Studie, dass Elternzeit Depressionen verhindert?

Vater, Mutter und Baby sitzen am Küchentisch mit Tassen und Unterlagen und sprechen miteinander. (mit KI erstellt)
Elternzeit kann Familien entlasten – ob sie depressive Symptome direkt verhindert, lässt sich aus Studien oft nicht eindeutig ableiten.

Nein. watson.de schreibt klar, dass die Studie keinen Beleg liefert, dass Elternzeit Depressionen bei Vätern verhindert. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Angaben der Teilnehmer wurden selbst erfasst.

Ein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang lässt sich daraus also nicht ableiten. Möglich ist auch, dass Männer, die schon vorher psychisch belastet sind, anders über ihre Elternzeit entscheiden. Die Forschenden haben laut watson.de zwar frühere depressive Symptome, familiäre und sozioökonomische Faktoren sowie die Elternzeit der Mütter einbezogen. Trotzdem bleibt es bei einem beobachteten Muster.

Wichtig: watson.de nennt keine Primärquelle, die Zahlen lassen sich deshalb über den Artikel nicht unabhängig prüfen. Genannt werden aber das American Journal of Public Health, das Karolinska-Institut und Michael Wells.

Was bedeutet das für euch als Väter?

Meine Einordnung: Die Studie ist kein Freifahrtschein nach dem Motto, je länger zu Hause, desto gesünder. Aber sie passt zu dem, was viele Papas erleben. Wer im Alltag wirklich zuständig ist, wickelt, tröstet, füttert, Termine im Kopf hat und nachts mit aufsteht, wird schneller sicher in der Vaterrolle.

Für mich ist der Punkt deshalb nicht nur die Zahl der Wochen. Entscheidend ist, ob du in der Zeit wirklich Verantwortung übernimmst. Wer gerade plant, sollte deshalb nicht nur die Arbeit fragen, wann es passt, sondern auch mit der Partnerin oder dem Partner klären, wie Alltag, Geld und Betreuung laufen. Für die finanzielle Seite hilft unser Überblick zum Elterngeld.

Und noch etwas: Wenn du depressive Symptome bei dir bemerkst, ist Elternzeit allein keine Therapie. Dann brauchst du Hilfe, am besten früh. Die Studie macht aber Mut, Vaterzeit nicht kleinzureden.

Elterngeld berechnen

Basiselterngeld & ElterngeldPlus 2026 schätzen – inkl. Geschwisterbonus und Bezugsdauer.

Zum Elterngeldrechner

Häufige Fragen

Wie viele Väter wurden in der Studie begleitet?

Laut watson.de begleiteten Forschende 746 Väter über rund eineinhalb Jahre.

Welche Elternzeit-Dauer war mit weniger depressiven Symptomen verbunden?

Besonders bei Vätern mit 14 bis 40 Wochen Elternzeit traten laut watson.de seltener depressive Symptome auf als bei Vätern mit höchstens vier Wochen.

Beweist die Studie, dass Elternzeit Depressionen verhindert?

Nein. watson.de schreibt, dass es eine Beobachtungsstudie ist und kein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang belegt wird.

Weiterlesen

Vater sitzt mit zwei Kindern am Küchentisch und prüft Unterlagen neben Telefon und Münzstapeln.

Bürgergeld: Jobcenter müssen Kindergeld einzeln prüfen

Das könnte dich auch interessieren

Wie machst du das als Papa?

Tausch dich mit über 60.000 Vätern in unserer Facebook-Gruppe aus – oder stelle deine Frage im Forum auf papa.de.

Michael Schöttler

Michael Schöttler

Gründer von papa.de. Vater von drei Jungs, Unternehmer und dein Wegbegleiter durch alle Phasen des Vaterseins.

Mehr über Michael →