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Unser 15-Jähriger will im Urlaub lieber zuhause bleiben

Gestartet von dirk_b · 5. August 2026

dirk_bEröffnung
Unser Sohn ist 15 und hat gestern gesagt, dass er auf den Sommerurlaub nächstes Jahr keinen Bock mehr hat. Zwei Wochen Ferienhaus mit uns und kleinerer Schwester seien „maximal langweilig“. Ich war erst gekränkt, weil wir solche Urlaube immer mochten. Ganz allein zuhause lassen fühlt sich für uns noch nicht gut an. Oma in der Nähe wäre möglich, aber dann frage ich mich, ob wir damit schon die Familienurlaube beenden. Wie macht ihr das mit Teenagern? Müssen sie mit? Gibt es Kompromisse, zum Beispiel kürzer mitkommen oder einen Freund mitnehmen? Ich will ihn nicht zwingen, aber auch nicht sofort alles nach seiner Laune richten.
nordwind_84
@dirk_b, ich würde erstmal trennen: Keine Lust auf Familienurlaub ist mit 15 ziemlich normal. Zwei Wochen gegen den eigenen Willen können aber sehr lang werden, für euch auch. Bei uns gab es einen Kompromiss. Eine Woche musste unser Sohn mit, weil Familie und gemeinsame Zeit. Die zweite Woche durfte er bei den Großeltern bleiben, mit klaren Regeln zu Schlaf, Medien und Erreichbarkeit. Das war für alle besser als zwei Wochen beleidigtes WLAN-Gesicht am Esstisch. Freund mitnehmen kann helfen, aber nur wenn ihr den Freund wirklich zwei Wochen aushaltet. Sonst habt ihr zwei Teenager mit Langeweile. Ich würde ihn einbeziehen: Was wäre für dich okay, was ist für uns als Eltern okay?
reboot_now
@dirk_b, ich würde nicht sofort in „Er lehnt uns ab“ rutschen. Teenager wollen ihr eigenes Leben testen. Urlaub mit Eltern fühlt sich dann schnell wie Kinderrolle an. Frag ihn ruhig konkret, was ihn nervt. Ort? Dauer? Kein Rückzug? Kleine Schwester? Manchmal kommt dann mehr als „langweilig“. Bei uns war es nicht der Urlaub selbst, sondern dass unser Sohn nie allein sein konnte. Seitdem planen wir bewusst Zeiten, in denen er nicht mit zum Markt oder Strandspaziergang muss. Ganz zuhause allein wäre bei 15 für mich abhängig vom Kind. Kann er kochen, aufstehen, Regeln halten, Hilfe holen? Wenn nein, würde ich eher Oma plus klare Absprachen wählen.
nordwind_84
@dirk_b, ich würde ihm nicht gleich die volle Auswahl geben, aber ernst nehmen würde ich es. Mit 15 ist „zwei Wochen Familie pur“ für manche wirklich hart. Nicht weil ihr doof seid, sondern weil Rückzug plötzlich wichtiger ist. Bei uns half ein klarer Rahmen: ein Teil Familie, ein Teil eigene Zeit. Im Urlaub durfte unser Sohn auch mal im Ferienhaus bleiben, während wir an den Strand sind. Vorher gab es Regeln zu Essen, Handy, Erreichbarkeit und Schlaf. Das nahm Druck raus.
daddelopa
@dirk_b, ich würde vor allem nicht beleidigt verhandeln. Das ist mir mit meinem Sohn schon passiert. Ich dachte, ich frage ruhig, aber innerlich stand auf meiner Stirn: „Wie kannst du nur?“ Das merken die sofort. Vielleicht setzt ihr euch mal beim Autofahren oder Essen hin und fragt konkret: Was wäre für dich okay? Kürzer? Freund mitnehmen? Eigenes Zimmer? Ein Tag ohne Programm? Dann kommt ihr weg von „Urlaub ja oder nein“ und hin zu echten Punkten.
spielplatz_hannes
@dirk_b, ganz allein zwei Wochen wäre mir bei 15 auch zu viel, zumindest wenn es nicht schon gut geübt ist. Aber ein komplettes Durchziehen gegen seinen Willen kann euch den Urlaub auch vergiften. Vielleicht gibt es eine Mittelstrecke: Er kommt eine Woche mit, plant einen Teil selbst mit und bekommt dort echte Freiräume. Also nicht nur „Du darfst lesen“, sondern auch mal allein in den Ort, Sportplatz suchen, später frühstücken. Teenager wollen merken, dass sie nicht mehr im Kinderprogramm hängen.
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