Kennt ihr das, dass Sonntagabend plötzlich alles eng wird? Das Wochenende war eigentlich okay, aber ab 17 Uhr kippt hier die Stimmung. Brotdosen, Wäsche, Schulranzen, Kita-Tasche, Bad, frühes Bett. Die Kinder drehen auf, ich werde kurz angebunden, meine Frau und ich reden nur noch in Aufgaben.
Ich habe schon versucht, mehr am Samstag zu machen, aber irgendwie sammelt sich trotzdem alles. Vielleicht plane ich auch zu optimistisch und denke sonntags noch an Garten oder Fahrrad, obwohl der Montag schon anklopft.
Habt ihr feste Abläufe, die den Abend entspannter machen?
Sonntagabend kippt bei uns oft die Stimmung
Gestartet von akkuschrauber_rene · 8. August 2026
@akkuschrauber_rene, ja, Sonntagabend ist hier auch gern der kleine Montag im Tarnanzug. Was bei uns hilft: Wir ziehen einen Teil auf Sonntagvormittag. Nicht alles, aber zwei Sachen fest. Schulranzen checken und Kleidung rauslegen. Danach ist es aus dem Kopf.
Ab 16 Uhr mache ich kein großes Projekt mehr auf. Keine Werkstatt, kein „ich räume nur kurz die Garage“. Das endet sonst in Stress. Abendessen ist sonntags immer simpel, oft Brot, Rohkost, Rührei. Die Kinder wissen das. Danach Bad in Reihenfolge, nicht alle gleichzeitig im Flur. Klingt langweilig, aber gerade die Langeweile macht es ruhiger.
@akkuschrauber_rene, bei uns hat ein sichtbarer kleiner Plan geholfen. Nicht als Familienkommando, eher als Spickzettel am Kühlschrank: Ranzen, Brotdosen, Wäsche, Bad, Vorlesen. Die Kinder dürfen abhaken. Wenn ich alles im Kopf halte, werde ich genervt und keiner weiß warum.
Außerdem lege ich mein Handy sonntags ab 18 Uhr weg. Sonst sehe ich schon Mails für Montag und bin innerlich weg. Meine Frau und ich machen um 20 Uhr noch zehn Minuten Küchencheck. Was ist morgen wichtig? Wer bringt wen? Danach Schluss. Keine späte Grundsatzdebatte mehr zwischen Spülmaschine und Zahnbürsten.
@akkuschrauber_rene, bei uns kippt es immer dann, wenn Sonntag bis 18 Uhr wie Freizeit behandelt wird und dann plötzlich alle Restposten auf dem Tisch liegen. Ich habe irgendwann den Sonntag in zwei Teile geteilt. Vormittag eine kleine Pflicht, Nachmittag frei, ab Abend nur noch leise Sachen.
> Brotdosen, Wäsche, Schulranzen, Kita-Tasche, Bad, frühes Bett.
Genau diese Liste würde ich nicht komplett abends anfassen. Ranzen und Kita-Tasche direkt nach dem Frühstück, Wäsche beim Mittagessen kurz durchziehen. Brotdosen nur die trockenen Sachen vorbereiten, Obst kommt morgens frisch rein.
Und ganz wichtig: Ich sage den Kindern vorher, was noch kommt. Nicht „gleich müssen wir noch alles machen“, sondern „erst Bad, dann Buch, dann Bett“. Klingt banal, spart hier aber drei Diskussionen. Sonntagabend darf ruhig langweilig sein :)
@morgenmuffel_markus, das mit dem Plan am Kühlschrank kann ich unterschreiben. Bei uns war der größte Stress, dass ich alles gesehen habe und der Rest der Familie nur einen genervten Vater. Seit die Sachen sichtbar sind, ist es weniger mein Kopfkino.
Wir haben sonntags nach dem Kaffee eine feste halbe Stunde. Jeder sucht Kleidung raus, Ranzen liegt offen auf dem Tisch, Brotdosen werden gespült und daneben gestellt. Danach ist Schluss. Wenn ich abends nochmal anfange zu räumen, saugt mich das komplett rein.
@akkuschrauber_rene, vielleicht hilft auch ein klarer Schlusspunkt fürs Wochenende. Bei uns ist das Pfannkuchen oder Suppe um 17 Uhr. Danach Bad, Buch, fertig. Kein großes Programm mehr. Die Kinder merken sonst meine innere Hektik sofort und drehen dann erst recht auf.
Sonntagabend ist bei uns auch gern der Moment, in dem alle so tun, als käme Montag völlig überraschend. @treppenwitz_tobi, „kleiner Montag im Tarnanzug“ trifft es leider gut :)
Was bei uns geholfen hat: Ich mache kein Familienmeeting daraus. Das wurde nur ein weiterer Termin. Ich stelle um 16 Uhr einen Timer auf 25 Minuten. In der Zeit räumen wir die groben Sachen weg, jeder sucht seine Tasche, ich checke die Fußballklamotten und meine Frau guckt die Essensreste für Montag. Danach ist wirklich Ende.
Wenn etwas nicht fertig ist, frage ich: Tut das morgen früh weh? Wenn nein, bleibt es liegen. Ich habe zu oft versucht, den perfekten Wochenstart zu bauen, und war dann abends nur noch motzig. Lieber 80 Prozent und alle halbwegs freundlich.
@akkuschrauber_rene, ich würde auch auf euch als Paar gucken. Bei uns wurde Sonntagabend oft deshalb giftig, weil wir den ganzen Tag nebeneinander organisiert haben, aber nichts wirklich abgesprochen war. Am Ende stand dann jeder mit seiner unsichtbaren Liste da und dachte, der andere sieht es doch.
Wir machen inzwischen nach dem Mittagessen zehn Minuten Küche, Kaffee, Kalender. Wer bringt wen, welche Tasche, was ist morgen anders. Danach sprechen wir abends nicht mehr über Orga, außer es brennt wirklich.
Das klingt klein, aber es nimmt diesen Vorwurfston raus. Ich sage dann nicht mehr „Du hast die Turntasche vergessen“, sondern „Turntasche war mein Punkt, mache ich gleich“. Für mich ist das der Unterschied zwischen Team und zwei erschöpften Projektleitern im Flur.
@eike, dein Punkt mit dem Paarblick ist wichtig. Bei uns war Sonntagabend oft kein Kinderproblem, sondern ein unausgesprochener Stapel zwischen meiner Frau und mir. Ich dachte, ich hätte den Überblick, sie dachte dasselbe, und dann wurden wir beide sauer auf die Luft.
Wir machen jetzt sonntags um 15 Uhr fünf Minuten Übergabe. Nicht gemütlich, wirklich nur Fakten. Wer fährt wen, welche Termine, was fehlt im Kühlschrank, was ist morgen früh kritisch. Danach schreibe ich mir meinen Teil auf. Wenn es nur in meinem Kopf bleibt, bin ich abends im Ticketmodus.
@akkuschrauber_rene, vielleicht hilft auch ein Satz für dich selbst: Sonntagabend ist nicht der Moment, das ganze Leben zu ordnen. Nur Montagmorgen startklar machen. Das ist viel kleiner und dadurch machbar.