Moin zusammen, unser Kleiner ist 2 und konnte eigentlich schon ziemlich gut allein essen. Seit ein paar Tagen schiebt er mir aber den Löffel hin und sagt „Papa machen“. Wenn ich sage, er kann das doch, gibt es Tränen oder er schiebt den Teller weg.
Ich bin abends oft platt vom Lagerjob und merke, dass mich das mehr nervt, als es sollte. Die Große mit 5 isst daneben und kommentiert natürlich alles. Ich will daraus kein Riesending machen, aber auch nicht wieder jeden Bissen anreichen.
Kennt ihr das? Ist das Nähe suchen oder haben wir uns da gerade eine neue Tisch-Baustelle gebaut?
Mein Zweijähriger will plötzlich wieder gefüttert werden
Gestartet von sandkasten_mirko_85 · 2. Oktober 2026
@sandkasten_mirko_85, klingt für mich sehr nach Nähe und nicht nach „verlernt“. Können heißt nicht, dass ein Kind es gerade schafft. Gerade mit Geschwisterkind daneben kann Füttern auch heißen: Guck mich bitte auch an.
Bei uns half eine kleine Ansage ohne Machtkampf: „Ich gebe dir drei Papa-Löffel, dann machst du drei.“ Manchmal wurden daraus fünf und fünf, auch okay. Wichtig war, dass ich nicht jedes Mal beweisen wollte, dass er es kann. Das wusste er ja selbst.
Wenn du abends platt bist, mach es dir leicht. Teller mit Dingen, die wenig Sauerei machen, und kein Vortrag. Ein paar Löffel Nähe sind oft schneller vorbei als zehn Minuten Streit. Wenn es nach zwei Wochen noch extrem ist oder er gar nichts mehr selbst machen will, könnt ihr immer noch genauer schauen.
@sandkasten_mirko_85, aus Mama Sicht: Ich würde es auch nicht als Rückschritt werten. Bei uns kam so etwas immer, wenn viel los war. Neues in der Kita, müde Tage, Geschwisterthema, manchmal auch nur ein Wachstumsschub. Das Kind fragt dann nicht sauber „Bin ich noch dran?“, sondern will auf den Schoß oder den Löffel.
Was ich vermeiden würde: „Du bist doch kein Baby mehr.“ Das trifft Kinder oft genau an der Stelle, an der sie gerade Halt suchen. Lieber kurz mitspielen und klar bleiben. „Ich helfe dir beim Anfang, danach isst du weiter.“
Die Große würde ich freundlich bremsen. „Er darf Hilfe haben, du darfst auch Hilfe fragen.“ Dann ist es weniger Bühne. Und ja, es nervt trotzdem, wenn man müde ist. Das darfst du denken :)
@sandkasten_mirko_85, ich würde da auch nicht in die Beweisfalle gehen. Also nicht „du kannst das doch“, auch wenn es natürlich stimmt. Kinder hören daraus schnell: „Ich glaube dir nicht.“ Dabei sagt dein Kleiner vielleicht nur: „Ich brauche dich kurz.“
Bei uns half ein kleiner Deal am Tisch. Ich habe gesagt: „Ich gebe dir drei Löffel, dann nimmst du einen.“ Das war kein Test, eher ein Takt. Manchmal wurden aus drei Löffeln fünf, weil der Tag einfach durch war. Dann war das eben so.
Wichtig war bei uns, nicht nebenbei aufs Handy oder in die Küche zu verschwinden. Wenn ich wirklich zehn Minuten am Tisch blieb, konnte unser Sohn danach oft wieder allein weiteressen. Nähe satt, Bauch satt, Papa weniger genervt. Klingt kitschig, war aber sehr praktisch.
@anke_p hat es gut getroffen. Unser Großer hatte das mit knapp vier nochmal, als die Kleine mobiler wurde. Plötzlich wollte er auf den Schoß, gefüttert werden und „Baby“ spielen. Ich habe innerlich kurz gedacht, wir drehen zurück. War aber nur eine Welle.
Wir haben es spielerisch gelöst. Erst durfte er drei Löffel „Tankstelle“ bekommen, dann war sein Baggerarm dran. Wenn ich daraus ein Erziehungsthema gemacht habe, ging gar nichts mehr. Wenn ich es als Nähe gesehen habe, war es nach ein paar Tagen schon wieder weniger.
@volker_vw, dein Satz „Können heißt nicht, dass ein Kind es gerade schafft“ hängt bei uns echt im Kopf. Gerade abends nach Kita ist mein eigener Akku ja auch nicht gerade golden. Warum soll der vom Kind dann voll sein? :)
Danke euch, ich habe gestern mal nicht „du kannst das doch“ gesagt. Das lag mir zwar auf der Zunge, aber ich habe es runtergeschluckt wie kalten Kaffee. Stattdessen gab es drei Papa-Löffel und dann durfte er selbst einen machen.
Erst hat er geguckt, als hätte ich die Geschäftsbedingungen geändert. Dann hat er tatsächlich weitergegessen. Nicht alles, aber mehr als die letzten Tage. Und es gab keine Tellerlandung, was ich als vollen Erfolg werte :)
@dennis, die Beweisfalle trifft es. Ich wollte ihm zeigen, dass er groß ist, aber bei ihm kam wohl an, dass ich ihn wegschiebe. Das war nicht meine Absicht. Heute Abend probiere ich wieder diesen kleinen Takt. Wenn es nur Nähe ist, kann ich die paar Löffel wohl geben, auch wenn ich müde bin.
@sandkasten_mirko_85, das klingt doch nach einem guten Versuch. Drei Papa-Löffel und dann selbst weitermachen ist genau diese Mitte, die bei uns auch geholfen hat. Nicht groß beweisen lassen, aber auch nicht komplett in den Babyservice rutschen.
Bei meinem Sohn kam so etwas immer in Wellen. Ein paar Tage wollte er gefüttert werden, dann wieder „alleine, Papa!“ und wehe, ich habe den Löffel auch nur angeschaut. Ich habe irgendwann aufgehört, daraus eine Grundsatzfrage zu machen.
Was hier wichtig war: kein Publikum. Wenn Besuch da war und jemand sagte „Du bist doch schon groß“, war sofort Ende. Dann wurde geklammert oder gebockt. Ich habe dann lieber gesagt: „Er braucht gerade Starthilfe.“ Damit war das Thema klein.
@Klinker_Klaus hat recht mit der Beweisfalle. Können heißt nicht, dass ein Kind es jeden Abend schafft, besonders wenn Kita, Babygeschwister und Müdigkeit mit am Tisch sitzen.
@sandkasten_mirko_85, aus Mama-Sicht: Ich finde stark, dass du den Satz runtergeschluckt hast. „Du kannst das doch“ ist so schnell draußen, gerade wenn man müde ist und das Essen kalt wird. Aber für ein kleines Kind klingt es oft wie Prüfung.
Bei uns half ein fester Satz: „Ich helfe dir kurz, dann probierst du wieder.“ Damit wusste unser Sohn, dass Nähe kommt, aber der Teller nicht komplett bei mir landet. Manchmal wollte er nur zwei Löffel und ein bisschen Körperkontakt. Danach war er wieder stolz.
Ich würde auch schauen, wann es passiert. Bei uns war es oft nach lauten Kita-Tagen oder wenn ich mit dem Baby sehr beschäftigt war. Dann war Füttern nicht Hunger, sondern Andocken.
Und bitte nicht vor anderen kommentieren. Kein „Er macht wieder Baby“. Lieber unaufgeregt helfen, fertig. Je weniger Bühne, desto schneller war die Phase hier wieder weg.
@sandkasten_mirko_85, wir sind gerade sehr nah dran. Tochter drei, Babysohn noch klein, und plötzlich will sie beim Abendbrot auf meinen Schoß. Vorher war sie Team „Ich kann das alleine“, jetzt zeigt sie auf den Löffel und sagt: „Papa macht.“
Ich gebe zu, anfangs war ich genervt. Im Kopf lief: Ich habe doch schon ein Baby auf dem Arm. Aber wenn ich ihr zwei Minuten ganz bewusst gebe, ist der Rest oft entspannter. Wenn ich es wegdrücke, hängt sie mir zehn Minuten am Bein und das Baby wacht auch noch auf. Schlechter Tausch.
Wir machen es ähnlich wie du: drei Papa-Löffel, dann sucht sie sich einen Bissen aus, den sie selbst macht. Manchmal füttert sie danach ihr Kuscheltier. Dann ist der Zauber schon fast vorbei.
@grillmeister_88, „Welle“ trifft es gut. Es fühlt sich groß an, aber es muss nicht groß bleiben.