Unser Sohn ist jetzt sechs Monate alt und schläft tagsüber fast nur auf mir oder meiner Partnerin. Ablegen klappt selten länger als acht Minuten, dann gehen die Augen auf, als hätte jemand einen Alarmknopf gedrückt.
Ich mag die Nähe wirklich. Gleichzeitig bleibt alles liegen und unsere Dreijährige braucht ja auch noch uns. Manchmal sitze ich da mit Baby auf der Brust, höre im Flur „Papa, ich muss dir was zeigen“ und fühle mich wie festgetackert.
War das bei euch auch so? Habt ihr irgendwann geübt abzulegen oder einfach durchgehalten?
Baby schläft tagsüber nur auf mir und ich komme zu nichts
Gestartet von sockensucher_felix · 1. September 2026
@sockensucher_felix, ja, das war bei uns beim ersten Baby sehr ähnlich. Ich sage mal vorsichtig: Du machst damit nichts kaputt. Babys in dem Alter wollen Nähe nicht, um euch zu ärgern. Die schlafen auf euch, weil es warm ist, riecht wie Zuhause und der Körper runterfährt.
Was bei uns ein bisschen half: erst richtig tief schlafen lassen, also nicht nach zwei Minuten ablegen. Dann langsam mit Po zuerst, Hand noch auf dem Bauch lassen, nicht direkt wegschleichen wie ein Einbrecher. Manchmal klappte es, manchmal nicht.
Für die Dreijährige könntet ihr eine kleine Papa sitzt fest Kiste machen. Bücher, Puzzle, Sticker, Sachen nur für diese Zeit. Dann ist sie nicht komplett außen vor. Und ja, manches bleibt liegen. Das ist kein persönliches Versagen, das ist Babyzeit.
@sockensucher_felix, ich würde da auch den Druck rausnehmen. Bei K2 habe ich erst versucht, jeden Tagschlaf ins Bett zu bekommen. Danach war ich müder als vorher und das Baby sauer. Irgendwann haben wir gesagt: Ein Schlaf am Tag darf Kontakt sein, einer im Kinderwagen, einer wird probiert. Brauchbar reicht.
Wenn du etwas frei haben willst, nimm Trage oder Tuch, falls euer Sohn das mag. Ich konnte damit wenigstens Brot schmieren oder der Großen beim Duplo zuhören. Nicht elegant, aber besser als Standbild auf dem Sofa.
Und teilt euch die festen Sitzschichten, wenn es geht. Nicht still hoffen, dass der andere sieht, wie platt man ist. Kurz sagen: „Nach diesem Schlaf brauche ich 20 Minuten frei.“ Das hat uns Streit gespart.
@sockensucher_felix, ich würde da wirklich die Messlatte runterlegen. „Ich komme zu nichts“ klingt so, als wäre Kontaktliegen nichts. Ist aber gerade ziemlich viel Arbeit, nur sieht man danach keinen sauberen Boden.
Bei uns half eine ganz simple Liste am Kühlschrank. Drei Dinge, die heute wirklich zählen: essen, einmal Wäsche anstellen, zehn Minuten frische Luft. Alles andere war Bonus. Wenn das Baby auf mir schlief, hatte ich Kopfhörer mit einem alten Hörbuch drin und ein Glas Wasser in Reichweite. Dann fühlte ich mich weniger gefangen.
Ablegen haben wir nur einmal am Tag geübt, nicht bei jedem Schlaf. Sonst war jeder Mittag wie ein Experiment mit beleidigtem Versuchsleiter. Und ja, Trage war Gold wert. Nicht immer, aber oft genug, damit ich mir ein Brot schmieren konnte.
@sockensucher_felix, acht Minuten Ablegen kenne ich. Bei uns war es eher sieben Minuten und dann dieser Blick: Wie kannst du es wagen, Vater?
Ich würde mich den anderen anschließen. Das ist keine schlechte Angewohnheit, das ist ein kleines Baby mit sehr feinem Radar. Was bei uns etwas Druck rausnahm: Wir haben den Tag nicht mehr in „geschafft“ und „nicht geschafft“ geteilt, sondern in Schichten. Morgens durfte Chaos sein. Mittags eine Sache. Abends nur noch überleben und freundlich bleiben.
Wenn deine Partnerin auch platt ist, plant lieber feste Mini Pausen. Einer hat 20 Minuten komplett frei, ohne Babygeräusch auf dem Schoß, der andere weiß: Danach wird gewechselt. Nicht nebenbei bitten, sondern klar sagen. Das hat bei uns mehr gebracht als der fünfte Versuch mit vorgewärmtem Bettchen.
@sockensucher_felix, ich sehe da viel Papa Prüfungsgefühl drin. Man denkt schnell: Wenn ich ein guter Vater bin, schläft das Baby friedlich im Bett und ich mache nebenbei Küche, Wäsche und Steuer. In echt sitzt man mit schiefem Rücken auf dem Sofa und das Baby schnauft einem in den Pulli.
> „Ich komme zu nichts“ klingt so, als wäre Kontaktliegen nichts.
Da hat @schreibfauuul recht. Du hältst gerade einen kleinen Menschen ruhig. Das ist kein Leerlauf.
Bei uns half es, den Tag anders zu rechnen. Ein echter Auftrag vormittags, ein echter Auftrag nachmittags. Mehr nicht. „Echter Auftrag“ war manchmal nur Spülmaschine halb ausräumen oder duschen. Wenn mehr ging, super. Wenn nicht, war der Tag trotzdem kein Ausfall.
Und ja, Trage war hier Gold wert. Nicht immer, aber oft genug, um mal Brot zu essen ohne Krümel auf Babykopf. Meistens jedenfalls. ;)
@sockensucher_felix, unser Kleiner ist sechs Monate und hat auch Phasen, in denen Ablegen klingt wie eine persönliche Beleidigung. Ich habe lange versucht, das sauber zu lösen. Am Ende war ich nur grantig.
Was bei uns klappt, wenn auch nicht immer: erster Schlaf in der Trage, zweiter Versuch im Kinderwagen, dritter Schlaf darf auf mir sein. Dann fühlt es sich nicht mehr an wie Scheitern, sondern wie Plan. Meine Dreijährige kennt inzwischen den Satz: „Baby schläft auf Papa, wir machen leise Duplo.“ Das hält ungefähr vier Minuten, aber vier Minuten sind in diesem Alter ja schon ein Kurzurlaub.
Wenn du etwas erledigen willst, leg dir vorher eine kleine Kiste neben das Sofa. Wasser, Snack, Handy, Buch für das große Kind, Spucktuch. Ich nenne das meinen Nestbau. Ohne Kiste sitze ich nach drei Minuten fest und starre auf die leere Tasse.
@sockensucher_felix, ich habe bei unserem zweiten Kind auch eine Weile gegen das Kontaktliegen gearbeitet. So richtig mit innerer Stoppuhr. Nach sechs Minuten wach, nach acht Minuten wach, nach zehn Minuten war ich wach und wütend. Das war kein gutes Hobby.
Was bei uns besser lief: Ablegen nicht als Tagesziel sehen. Ich habe einmal am Tag geübt, wenn alle satt und halbwegs friedlich waren. Wenn es klappte, schön. Wenn nicht, Baby wieder hoch und kein Kommentar dazu. Dieses „Schon wieder nicht“ macht nur schlechte Luft.
Nebenbei habe ich mir kleine Papa Inseln gebaut. Hörspiel leise auf einem Ohr, kalter Kaffee in Griffweite, Buch für das große Kind auf dem Teppich. Nicht perfekt, aber tragbar.
@papierkram_hasser hat recht: Diese Phase ist nicht deine Schuld. Das Baby hat Radar, ja. Aber Radar heißt nicht, dass du alles falsch machst.
@sockensucher_felix, ich bin bei @C.A.M. und @flurlicht_felix. Dieses „ich komme zu nichts“ ist hart, weil der Tag äußerlich so leer aussieht. In echt hast du stundenlang ein Baby getragen, beruhigt, geatmet und warm gehalten. Das zählt, auch wenn die Küche aussieht wie vorher.
Bei unserem zweiten Kind haben wir es pragmatischer gemacht. Eine Schlafphase durfte Kontakt sein, ohne schlechtes Gewissen. Für die andere haben wir versucht, in der Trage etwas Kleines zu erledigen. Nicht Haushalt retten, nur Spülmaschine auf oder Brot schmieren.
Wichtig war bei uns: Die freie Person ist wirklich frei. Wenn meine Frau das Baby hatte, durfte ich schlafen oder duschen, nicht nebenbei noch lauschen und Tipps geben. Andersrum genauso. Sonst hat keiner Pause, obwohl zwei Erwachsene im Haus sind.
@sockensucher_felix, unser Kleiner ist sechs Monate und hat mich eine Weile komplett als Matratze benutzt. Ich habe dabei erst innerlich Listen geschrieben, was alles liegen bleibt. Danach war ich nicht erholter, nur wütender.
Was mir geholfen hat: Vor dem Hinsetzen eine kleine Station bauen. Wasser, Snack, Handy außer Sicht, Buch oder Kopfhörer mit Hörspiel. Dann war die Schlafphase nicht mehr „ich bin gefangen“, sondern eher „okay, das ist jetzt der Job“. Klingt banal, hat bei mir viel gedreht.
Und ich würde die Tagesziele brutal klein machen. Nicht „Wohnung schaffen“, sondern „eine Maschine Wäsche anstellen“ oder „Reis kochen“. Wenn das Baby nur auf dir schläft, ist das keine schlechte Tagesform von dir. Das Baby ist einfach noch sehr nah dran am Körperprogramm.
@sockensucher_felix, noch ein Gedanke zu „nichts geschafft“. Ich musste mir damals wirklich sagen: Ein Baby, das auf mir schläft, ist nicht nichts. Das klingt weich, aber es hat meinen Tag gerettet. Vorher habe ich jede Schlafphase als verpasste Chance gesehen.
Wir hatten eine Mini-Liste am Kühlschrank. Drei Dinge für den Tag, nicht mehr. Oft stand da: Müll raus, Flaschen spülen, duschen. Wenn zwei davon klappten, war der Tag okay. Wenn nur duschen klappte, war ich trotzdem ein Mensch.
Und bitte nicht parallel zehn Baustellen öffnen. Kein Schrank ausräumen, wenn das Baby vielleicht in acht Minuten wach ist. Dann ist der Schrank offen, das Baby wach und du stehst mitten im Chaos. Lieber klein bleiben. Brauchbar reicht in der Babyzeit wirklich oft.