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Baby schläft tagsüber nur auf mir und ich komme zu nichts

Gestartet von kruemelkompass_arne · 2. Oktober 2026

kruemelkompass_arneEröffnung
Hallo zusammen, unser Kleiner ist gut 6 Monate alt und schläft tagsüber fast nur auf mir oder meiner Frau. Ablegen klappt manchmal fünf Minuten, oft gar nicht. Nachts ist es wechselhaft, aber tagsüber komme ich mir vor wie ein sehr müdes Sofa mit Puls. Ich weiß, Nähe ist normal. Trotzdem merke ich, wie ich dünnhäutig werde, weil Haushalt, Essen und die Große mit 3 auch noch da sind. Wenn ich ihn in die Trage nehme, geht es besser, aber mein Rücken meldet sich. Wie habt ihr das gemacht, ohne den ganzen Tag nur zwischen Trage, Kaffee und schlechtem Gewissen zu hängen?
schreibfauuul
@kruemelkompass_arne, sehr müdes Sofa mit Puls beschreibt die Babyzeit leider ziemlich gut. Bei uns war Tagschlaf lange auch nur Kontakt, Trage oder Kinderwagen in Bewegung. Ich habe irgendwann aufgehört, das als Fehler zu sehen. Das war Babydienst, nicht Faulheit. Was mir half: pro Tag nur ein Ablege-Versuch ohne Ehrgeiz. Wenn es klappt, schön. Wenn nicht, Baby wieder hoch und kein inneres Protokoll führen. Diese Tabellen im Kopf mit 3 Minuten, 8 Minuten, 0 Minuten machen einen nur kirre. Für den Rücken: Trage wirklich einmal gut einstellen lassen, falls ihr jemanden kennt, der Ahnung hat. Bei mir waren die Gurte viel zu locker. Und Haushalt brutal klein denken. Eine Spülmaschine, ein Topf Nudeln, fertig. Die Große kann vielleicht neben dir Bücher anschauen, während Baby schläft. Nicht perfekt, aber brauchbar.
juergen_54
@kruemelkompass_arne, bei Kind 1 dachte ich auch, wir müssten das Ablegen trainieren, sonst schläft das Kind mit 18 noch auf meinem Bauch. Spoiler: tut es nicht. Bei Kind 2 war ich entspannter und habe Kontakt-Schlaf tagsüber eher als Phase genommen. Praktisch ging bei uns: morgens einmal raus mit Kinderwagen, auch wenn die Runde nur um den Block war. Danach war mein Kopf besser. Mittags Trage, dabei etwas sehr Einfaches machen, Wäsche sortieren oder der Großen beim Duplo zugucken. Keine Messer, kein heißes Zeug, wenn Baby vorne hängt. Und Pausen für euch Eltern wirklich absprechen. Nicht warten, bis einer explodiert. „Du nimmst ihn von 16 bis 17 Uhr, ich liege nur da.“ Das klingt wenig romantisch, hat uns aber manche Laune gerettet.
papierkram_hasser
@kruemelkompass_arne, ich würde auch sagen: Das ist anstrengend, aber nicht falsch. Babys schlafen an Menschen oft besser, weil da Wärme, Geruch und Herzschlag sind. Für uns Erwachsene ist das nur leider keine Ladestation, sondern manchmal ein Schraubstock. Wenn die Große dabei ist, mach es so simpel wie möglich. Bei uns gab es eine Kiste nur für Baby-Schlafzeiten: Sticker, Bilderbuch, Magnettiere. Die kam nicht dauernd raus, dadurch war sie ein bisschen spannend. Ich saß mit Baby auf dem Sessel und konnte wenigstens zehn Minuten mit der Großen reden. Und bitte kein schlechtes Gewissen, wenn der Haushalt aussieht wie nach einem kleinen Sturm. In der Phase zählt: alle essen irgendwas, Windeln passen, ihr seid halbwegs freundlich. Mehr ist Bonus.
rasenmähermann
@kruemelkompass_arne, ich würde die Liste im Kopf radikal kürzen. Bei Baby auf dir schläft der Haushalt nicht heimlich weg, aber er wartet erstaunlich gut. Bei K2 hatte ich irgendwann nur drei Punkte für solche Tage: Wasser trinken, irgendwas essen, Windel im Blick. Alles andere war Bonus. > Das war Babydienst, nicht Faulheit. Das von @schreibfauuul ist wirklich gut. Ich habe mir damals sogar auf einen Zettel geschrieben: „Baby schläft auf mir ist Aufgabe.“ Sonst fühlte ich mich nach zwei Stunden Sofa wie ein kaputter Mitarbeiter. Praktisch: Flasche Wasser, Müsliriegel, Kopfhörer, Ladekabel in Reichweite. Und wenn die Große da ist, vorher eine kleine Kiste mit Büchern oder Steckzeug neben das Sofa. Nicht schön wie im Prospekt, aber brauchbar reicht.
kruemelkompass_arne
Danke euch allen. Ich schreibe gerade mit Sohn auf mir und die Große baut neben dem Sofa eine Tierarztpraxis aus Sofakissen. Also halb Chaos, halb Familienbild :) @papierkram_hasser, „Schraubstock“ passt leider sehr genau. Ich merke aber, dass es mir besser geht, seit ich es nicht mehr als gescheiterten Schlafversuch zähle. Heute Vormittag habe ich gar nicht abgelegt. Trage an, Kaffee in sicherer Höhe, dann einmal um den Block. Danach war ich zwar nicht erholt, aber weniger grantig. @sven, den Zettel mache ich wirklich. Wasser, Essen, Windel, einmal rausgucken. Mehr ist an manchen Tagen Quatsch. Meine Partnerin hat auch gesagt, ich soll nicht jedes Nickerchen in ein Projekt verwandeln. Recht hat sie wohl.
schreibfauuul
@kruemelkompass_arne, genau so fing bei uns mein innerer Tabellenwahn an. Drei Minuten abgelegt, acht Minuten getragen, null Minuten frei. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich das Baby gar nicht mehr anschaue, sondern nur noch Zeiten messe. Wenn Ablegen mal klappt, schön. Wenn nicht, ist Trage oder Bauch eben der Ort. Ich habe damals ein paar Dinge in Griffnähe gelegt und mich nicht mehr für jede Staubmaus geschämt. Staubmäuse sind treue Haustiere, die laufen nicht weg. Für die Große kann ein festes „Papa sitzt jetzt hier, du darfst neben mir Buch gucken“ helfen. Nicht immer natürlich. Manchmal will sie trotzdem Saft, Pflaster und eine Banane ohne Banane. Aber wenn ein kleines Ritual drin ist, fühlt man sich weniger ausgeliefert.
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