Moin zusammen, ich brauche mal euren Blick. Unsere Tochter ist jetzt acht Wochen alt und schläft tagsüber fast nur auf mir oder meiner Frau. Sobald wir sie ablegen, gehen nach fünf Minuten die Augen auf. In der Trage klappt es manchmal, aber dann laufe ich eben wie ein Packesel durch die Wohnung.
Ich weiß, Nähe ist normal und ich will sie auch nicht „abhärten“. Trotzdem merke ich, wie ich langsam unruhig werde, weil Essen, Wäsche und Dusche liegen bleiben. Meine Frau stillt viel, ich will sie entlasten und habe dann oft das Baby auf der Brust.
Wie habt ihr das gemacht? Einfach annehmen? Kleine Ablege-Tricks? Oder ist das so eine Phase, bei der man besser den Haushalt kleiner denkt?
Baby schläft tagsüber nur auf mir und ich komme zu nichts
Gestartet von windelwechselprofi · 3. August 2026
@windelwechselprofi, acht Wochen ist wirklich noch sehr klein. Da war bei uns Ablegen auch eher ein Glücksspiel. Ich würde es nicht als Fehler sehen, wenn sie auf euch schläft. Nähe verwöhnt da nichts, sie sortiert sich damit.
Was bei uns ein bisschen half: erst richtig tief schlafen lassen, dann langsam ablegen. Nicht sofort nach dem Einschlafen. Bettchen vorher anwärmen, Hand noch kurz auf dem Bauch lassen, leises Licht, keine hektischen Bewegungen. Trotzdem klappte es oft nicht, und dann war es eben so.
Beim Haushalt würde ich gnadenlos kürzen. Essen einfach, Wäsche in Körben, Dusche als Termin zwischen euch. Nicht alles muss laufen wie vorher. Schlaf auf Papa ist auch Arbeit, nur sieht man hinterher kein Ergebnis im Wohnzimmer.
@windelwechselprofi, ich würde zwei Dinge trennen: Baby braucht Nähe, und du brauchst trotzdem kleine Pausen. Beides darf stimmen. Bei uns war die Trage der Kompromiss. Nicht für Hausputz deluxe, aber für Brot schmieren, Wasser holen, kurz rausgehen.
Ablegen haben wir immer wieder probiert, aber ohne Kampf. Ein Versuch am Tag reichte mir. Wenn es klappte, super. Wenn nicht, zurück auf den Arm. Sonst macht man aus jedem Schlaf ein Experiment und ist danach noch fertiger.
Praktisch: Stell dir vorher alles hin, bevor sie auf dir einschläft. Wasser, Snack, Handy, Kopfhörer, Spucktuch. Ich saß oft fest und starrte durstig auf die Küche. Das muss man nicht romantisieren :) Phase ja, aber sie ist anstrengend.
@windelwechselprofi, acht Wochen und „ich komme zu nichts“ ist leider ein sehr normales Paar. Ich weiß, das hilft nur halb, wenn man seit Stunden unter einem schlafenden Baby festhängt und die Blase meldet sich.
Ich würde den Tag nicht daran messen, ob Haushalt sichtbar weitergeht. Eher: Baby hat geschlafen, du hast gegessen, ihr seid halbwegs durchgekommen. Bei uns gab es eine Kiste neben dem Sofa: Wasser, Müsliriegel, Spucktuch, Kopfhörer, Buch. Wenn das Baby auf mir schlief, war ich nicht komplett gefangen. Ablegen haben wir ab und zu probiert, aber nicht als Prüfung.
@windelwechselprofi, aus Mama-Sicht: Bitte rechne deiner Partnerin und dir diese Kontakt-Schläfchen nicht als „nichts geschafft“ weg. Gerade mit acht Wochen ist Baby halten manchmal die Hauptarbeit des Tages.
Was mir damals geholfen hätte: Mein Mann fragte nicht nur „Soll ich sie nehmen?“, sondern sagte konkret: „Ich nehme sie jetzt nach dem Stillen eine Stunde in die Trage, du duschst oder legst dich hin.“ Das war leichter anzunehmen. Und wenn du selbst festhängst, darf auch mal Lieferessen, Wäscheberg und Staub bleiben. Niemand bekommt später eine Medaille dafür, dass im Wochenbett die Spüle glänzte.
@windelwechselprofi, acht Wochen ist noch sehr frisch. Ich weiß, man hört dann gern „leg sie doch einfach mal ab“, als hätte man diese geniale Idee nie gehabt. Bei uns war Ablegen in dem Alter ungefähr so zuverlässig wie ein Regenschirm im Sturm.
Was half: die Erwartungen lächerlich klein machen. Eine Mahlzeit essen, einmal duschen, eine Waschmaschine starten. Mehr war Bonus. Wenn das Baby auf mir schlief, war das kein Ausfall, sondern Arbeit mit warmem Gewicht auf dem Bauch.
Wir haben Ablegen trotzdem geübt, aber ohne Kampf. Erst tief schlafen lassen, dann vorgewärmtes Tuch, Hand noch auf dem Bauch, nach zwei Minuten raus. Wenn es nicht klappte, wieder hochnehmen. Kein Drama draus machen. Das wurde mit der Zeit besser, nicht jeden Tag, aber in Wellen.
@windelwechselprofi, bei Kind eins habe ich auch gedacht, Tagschlaf müsse irgendwie „richtig“ laufen. Am Ende waren alle müde und ich habe auf die Uhr gestarrt. Bei Kind zwei war ich entspannter. Wenn Baby auf mir schlief, schlief es eben auf mir.
Trotzdem brauchst du Pausen. Wir haben ganz klar getauscht: Nach dem Stillen oder Fläschchen nahm ich das Baby eine Stunde in die Trage oder auf den Bauch, meine Frau hatte dann wirklich frei. Nicht „ruf mich, wenn was ist“, sondern Tür zu, Ohrstöpsel, schlafen.
Für dich gilt das genauso. Sprich mit deiner Partnerin über feste kleine Inseln. Sonst sitzt du da, hältst das Baby und wirst innerlich immer leerer. Nähe geben ist schön, aber niemand kann rund um die Uhr Akku sein.
Danke euch nochmal. Ich bin der mit dem Kontaktbaby und musste bei @papierkram_hasser lachen, weil die Blase wirklich immer dann kommt, wenn sie gerade endlich schläft.
Wir haben jetzt zwei Dinge geändert. Erstens liegt neben dem Sofa eine kleine Kiste mit Wasser, Riegel, Kopfhörern, Spucktuch und Buch. Klingt simpel, aber ich fühle mich nicht mehr so gefangen. Zweitens machen meine Partnerin und ich morgens kurz den Tag klar. Wer braucht wann 30 Minuten ohne Baby auf dem Arm?
@bine_1985, dein Satz mit „nicht als nichts geschafft weg rechnen“ hat getroffen. Ich habe gestern wirklich nur Baby gehalten und zweimal Essen warm gemacht. Früher hätte ich das als schlechten Tag verbucht. Jetzt denke ich: Sie war ruhig, meine Partnerin konnte duschen, ich war da. Das zählt.
@windelwechselprofi, ich will noch eine Lanze für Besuchsregeln brechen. Bei uns wurde das Kontaktbaby beim ersten Kind ständig als Einladung gesehen: „Ach, gib mal her, dann kannst du was machen.“ Am Ende war Baby überreizt, meine Frau fertig und ich habe versucht, es allen recht zu machen.
Wenn sie auf dir schläft, darf das auch einfach so sein. Niemand muss sie dann sehen, anfassen oder „mal kurz“ nehmen. Schlaftage sind keine Vorführtage.
Praktisch hat uns geholfen, Besuch nur in ein kleines Zeitfenster zu legen und vorher zu sagen: Essen mitbringen oder Wäsche falten ist hilfreicher als Baby wachkuscheln. Klingt hart, wurde aber gut angenommen. Und wer beleidigt war, durfte beleidigt sein. Unser Baby war nicht für fremde Erwartungen zuständig.